--- created: 2026-08-11 title: Compose-Datei auf dem Testserver ist eine handgepflegte Kopie und driftet vom Repository ab area: infra severity: major trigger: bevor eine zweite Installation (Kunde oder Produktivsystem) aufgesetzt wird files: - docker-compose.yml - docker-compose.prod.yml - /opt/tessera/docker-compose.yml (auf 192.168.13.12, nicht im Repository) --- ## Problem `/opt/tessera` auf dem Testserver (192.168.13.12) ist **keine** Git-Arbeitskopie — dort liegt eine von Hand gepflegte `docker-compose.yml`. Der Deploy-Weg holt nur die Images aus der Registry; Aenderungen an den Compose-Dateien im Repository kommen dort nie an. Am 2026-08-11 konkret aufgefallen: Der umbenannte Verschluesselungsschluessel (`TESSERA_ENCRYPTION_KEY`, Commit f574884) wurde in die `.env` auf dem Server eingetragen, kam aber nicht im Container an, weil die dortige Compose-Datei die Variable gar nicht durchreicht. Die Anwendung fiel deshalb auf den alten Namen zurueck und protokollierte die Veraltet-Warnung. Behoben durch eine Hand-Aenderung an der Server-Datei — was das Problem genau wiederholt. Zweiter, wichtigerer Effekt: die im selben Zug eingebaute Absicherung "Stack startet nicht ohne Schluessel" (Commit 7bda56d) greift auf alpha **nicht**, weil sie nur in der Repository-Datei steht. Beide Dateien laufen seit dem 2026-08-11 inhaltlich auseinander, und niemand merkt es, bis etwas nicht tut. Fuer eine Kundeninstallation heisst das: aufgesetzt wird nach dem Repository, alpha laeuft nach seiner eigenen Kopie. Was auf alpha funktioniert, ist damit kein Beleg dafuer, dass die ausgelieferte Konfiguration funktioniert — und genau dafuer ist ein Testsystem da. ## Solution Noch offen, drei denkbare Wege — Entscheidung gehoert vor die Umsetzung: 1. **`/opt/tessera` zur Arbeitskopie machen.** `git clone`, danach zieht ein `git pull` Compose-Datei und Deploy-Anleitung mit. Einfachster Weg, aber der Server braucht dann Lesezugriff auf das Repository, und lokale Anpassungen (die es geben mag) muessen vorher sichtbar gemacht werden. 2. **Compose-Datei als Artefakt ausliefern.** Die CI legt die passende Datei zu jedem Image-Build ab, der Server holt sie zusammen mit den Images. Sauberste Trennung, meiste Arbeit. 3. **Unterschiede bewusst machen.** Die Server-Datei bleibt handgepflegt, aber ein Abgleich-Skript meldet Abweichungen zur Repository-Version. Loest das Problem nicht, macht es aber sichtbar. Vor der Entscheidung zu klaeren: **warum** die Datei dort ueberhaupt von Hand gepflegt wird. Moeglicherweise enthaelt sie Anpassungen, die im Repository fehlen (Ports, Netzwerke, Volumes fuer den konkreten Host) — die muessten dann erst ins Repository, sonst bricht Weg 1 oder 2 den laufenden Betrieb. Eine Sicherung der aktuellen Server-Datei liegt als `/opt/tessera/docker-compose.yml.bak.20260811` daneben.