Files
tessera-ctl/docs/anleitung-betrieb.md
T
schalli 13571df994 ci(quick-261009-p0m): ZAP-Grundpruefung gegen alpha vor Freigaben, erster Lauf
- zap-baseline.sh: passive Aussenpruefung mit festgelegtem ZAP-Abbild, Ziel per ZAP_TARGET (Standard: oeffentliche Adresse von alpha), Anmeldedatei-Weg nur fuer den Ausnahmefall
- zap-hooks.py: Spinne fuellt keine Formulare aus und sendet keine (POST=0 lokal bewiesen)
- Sicherheitsprotokoll: Abschnitt Pruefung von aussen, erster Lauf direkt gegen die Anwendung (0 hoch, 2 mittel, 6 niedrig, 3 Info), Einordnung und Verlauf
- Betriebsanleitung Kapitel 9: Schritt Pruefung von aussen; Entwicklungsanleitung: Abschnitt ZAP; CHANGELOG

Co-Authored-By: Claude Opus 5.5 (1M context) <noreply@anthropic.com>
2026-10-09 19:43:46 +02:00

61 KiB
Raw Blame History

Tessera – Betriebshandbuch

Anleitung für den laufenden Betrieb von Tessera: Erstinstallation, neue Fassungen einspielen, Datenbank-Migrationen, Sicherung/Wiederherstellung und Fehlersuche. Richtet sich an Kolleg:innen, die die Docker-Container auf dem Server betreiben.

Für den Aufbau der CI/CD-Pipeline (Gitea Actions, act_runner) siehe docs/ci-cd-setup.md – dieses Dokument behandelt nur den Betrieb der bereits laufenden Installation, nicht deren automatisierten Build. Was an Tessera bisher auf Sicherheit geprüft wurde und mit welchem Ergebnis, steht im Sicherheitsprotokoll.

Inhaltsverzeichnis

  1. Überblick der Dienste
  2. Erstinstallation
  3. Konfiguration
  4. Neue Fassung einspielen
  5. Datenbank-Migrationen
  6. Sicherung und Wiederherstellung
  7. Protokolle und Fehlersuche
  8. Abgrenzung zur CI/CD-Pipeline
  9. Zwei Kanäle: Live und Beta
  10. Desktop-App: Pakete und Release-Dateien

1. Überblick der Dienste

Tessera besteht aus drei Containern, definiert in docker-compose.yml (Basis) und docker-compose.prod.yml (Produktionsvariante mit fertigen Images statt lokalem Build):

Dienst Image / Build Host-Port Zweck
web apps/web/Dockerfile (Basis) bzw. git.vicolab.de/schalli/tessera-ctl/web:${IMAGE_TAG} (Prod; beta oder live, siehe Kapitel 9) 3000 Next.js-Frontend (Portal, Dashboard)
api apps/api/Dockerfile (Basis) bzw. git.vicolab.de/schalli/tessera-ctl/api:${IMAGE_TAG} (Prod; beta oder live, siehe Kapitel 9) 3001 NestJS-Backend (REST-API, Prisma/PostgreSQL-Zugriff)
db postgres:16-alpine kein Host-Port PostgreSQL-Datenbank

Zusätzlich existiert docker-compose.dev.yml (Bind-Mounts für Live-Reload, Mailhog, OpenLDAP, phpLDAPadmin) für die lokale Entwicklung sowie docker-compose.ci.yml für den Gitea act_runner – beide sind für den Produktivbetrieb ohne Belang und werden hier nicht weiter behandelt.

Netzwerke (siehe docker-compose.yml):

  • frontend-net – nur web, darüber ist der Browser-Zugriff erreichbar (Port 3000).
  • backend-net – web und api, Kommunikation zwischen Frontend-Server und Backend.
  • data-net – api und db, als internal: true markiert. Die Datenbank ist damit aus dem Host-Netzwerk grundsätzlich nicht erreichbar; Zugriff nur über docker compose exec db ... von innen.

Startreihenfolge: db → api → web, erzwungen über depends_on mit condition: service_healthy:

  • db: Healthcheck pg_isready -U tessera (Intervall 5 s, 5 Versuche).
  • api: Healthcheck wget --spider http://localhost:3001/health (Intervall 10 s, 3 Versuche, start_period 10 s in der Basis- / 20 s in der Prod-Variante). Der /health-Endpunkt (apps/api/src/health/health.controller.ts) prüft nur, dass der NestJS-Prozess antwortet – keine Datenbankverbindung. Ein "healthy" API-Container sagt also nichts darüber aus, ob Prisma tatsächlich verbunden ist.
  • web: hat selbst keinen Healthcheck. docker compose ps zeigt web daher nie als "healthy" an, nur als laufend – das ist normal.

Der Browser spricht ausschließlich mit web (Port 3000). Aufrufe unter /api-proxy/* werden von Next.js serverseitig auf API_INTERNAL_URL (http://api:3001 im Docker-Netz) umgeschrieben (siehe apps/web/next.config.ts). Der Browser erreicht die API also nie direkt und muss auch keine eigene CORS-Freigabe für die API-Origin haben – Port 3001 muss von außen in der Regel nicht erreichbar sein, ist es in den mitgelieferten Compose-Dateien aber (Host-Port 3001 ist gemappt, sowohl in docker-compose.yml als auch in docker-compose.prod.yml).

Empfehlung zur Firewall: Sperren Sie Port 3001 in der Firewall des Servers (bzw. lassen Sie ihn nur vom Server selbst zu) und geben Sie nach außen ausschließlich Port 3000 frei, im Normalfall über den Nginx Proxy Manager. Der Port 3001 wird für den normalen Betrieb nicht gebraucht, weil der Browser die API immer über web und /api-proxy erreicht. Die Abfragen mit curl auf http://localhost:3001/... in dieser Anleitung laufen auf dem Server selbst und bleiben davon unberührt.

2. Erstinstallation

Voraussetzung: Docker und Docker Compose (Plugin, docker compose ...) sind auf dem Zielsystem installiert.

  1. Repository auf den Server holen:

    git clone <gitea-url>/schalli/tessera-ctl.git
    cd tessera-ctl
    
  2. .env aus der Vorlage anlegen:

    cp .env.prod.example .env
    

    Die Vorlage .env.prod.example enthält die für den Produktivbetrieb relevanten Variablennamen; .env.example ist die schlankere Entwicklungsvariante. Welche Variablen zu setzen sind, steht in Kapitel 3. Konfiguration. Mindestens erforderlich, bevor irgendetwas startet:

    • DB_PASSWORD und dazu passend DATABASE_URL
    • JWT_SECRET
    • TESSERA_ADMIN_EMAIL, TESSERA_ADMIN_PASSWORD
    • TESSERA_ENCRYPTION_KEY (siehe Warnhinweis unten – ohne diesen Wert startet nichts)
  3. Encryption-Key erzeugen und eintragen:

    openssl rand -hex 32
    

    Das Ergebnis (64 Hex-Zeichen) als TESSERA_ENCRYPTION_KEY= in die .env eintragen. Dieser Schlüssel verschlüsselt alle bei Tessera hinterlegten Zugangsdaten (LDAP-Bind-Passwort, SMTP, Kalender- sowie DKV-/Ausschreibungs-Postfächer). Ohne diesen Wert startet die API nicht – docker-compose.prod.yml verwendet die Compose-Syntax ${TESSERA_ENCRYPTION_KEY:?...}, wodurch bereits docker compose selbst mit einer Fehlermeldung abbricht, bevor ein Container startet, falls die Variable fehlt. Zusätzlich prüft CryptoService (apps/api/src/crypto/crypto.service.ts) beim Hochfahren der API die Länge (muss genau 64 Hex-Zeichen sein) und wirft andernfalls einen Fehler.

    Diesen Schlüssel getrennt von jedem Datenbank-Dump aufbewahren (siehe Kapitel 6) – geht er verloren, sind alle gespeicherten Zugangsdaten unwiderruflich unbrauchbar und müssen von Hand neu eingegeben werden.

  4. Container starten:

    docker compose -f docker-compose.prod.yml pull
    docker compose -f docker-compose.prod.yml up -d
    

    Beim ersten Start seedet die API (AdminSeedService, apps/api/src/user/admin-seed.service.ts) automatisch den initialen Super-Admin-Account aus TESSERA_ADMIN_USER / _EMAIL / _PASSWORD sowie den Mandanten default. Das passiert nur, wenn noch kein Benutzer mit diesem Nutzernamen existiert – bei einer bereits befüllten Datenbank wird der Seed-Schritt stillschweigend übersprungen, auch wenn sich die Passwort-Variable in der .env danach ändert.

  5. Prüfen, ob alles läuft:

    docker compose -f docker-compose.prod.yml ps
    curl -s http://localhost:3001/health
    

    api sollte als healthy markiert sein, die /health-Abfrage liefert {"status":"ok",...}. Danach ist die Oberfläche unter Port 3000 erreichbar.

3. Konfiguration

Alle Variablen werden über .env im Projektverzeichnis eingelesen (Docker Compose liest diese Datei automatisch). Werte unten sind Platzhalter, keine echten Zugangsdaten.

Variable Pflicht in Prod? Default (Prod-Compose) Zweck
DB_PASSWORD ja – Passwort des PostgreSQL-Benutzers tessera, an den db-Container durchgereicht.
DATABASE_URL ja – Vollständiger Prisma-Connection-String, z. B. postgresql://tessera:<passwort>@db:5432/tessera. Muss zum DB_PASSWORD passen.
JWT_SECRET ja – Signiert/prüft die JWT-Auth-Cookies. Wird sowohl an api als auch an web durchgereicht – beide müssen denselben Wert erhalten, sonst schlägt die Anmeldung fehl. In der Basis-Compose (Dev) gibt es einen unsicheren Default (tessera-dev-jwt-secret-change-in-production), in Prod nicht.
TESSERA_ENCRYPTION_KEY ja – AES-256-GCM-Schlüssel (64 Hex-Zeichen) für gespeicherte Drittanbieter-Zugangsdaten. Siehe Kapitel 2.
CALENDAR_ENCRYPTION_KEY nein leer Alter Name von TESSERA_ENCRYPTION_KEY (aus der Zeit, als der Schlüssel nur den Kalender schützte). Wird nur noch aus Kompatibilität gelesen: Ist TESSERA_ENCRYPTION_KEY nicht gesetzt, übernimmt die API diesen Wert und schreibt beim Start eine Warnung ins Protokoll. Ist TESSERA_ENCRYPTION_KEY gesetzt, hat er Vorrang. Eine bestehende .env mit dem alten Namen funktioniert also weiter; für neue Installationen immer TESSERA_ENCRYPTION_KEY verwenden.
TESSERA_MIGRATE_DATABASE_URL nein leer Eigene Datenbankverbindung, die ausschließlich der Migrationsschritt beim Start des api-Containers benutzt (Kapitel 5). Sie ist dafür gedacht, dass die Migration mit den Rechten des Tabelleneigentümers läuft, die laufende Anwendung aber über DATABASE_URL mit einer rechteärmeren Rolle arbeitet. Leer (der Normalfall) heißt: Migration und Anwendung nutzen beide DATABASE_URL. Erst belegen, wenn die Schritte in docs/mandantentrennung-datenbankrolle.md vollständig abgearbeitet sind – eine voreilige Umstellung sperrt die Anwendung von ihren eigenen Daten aus.
TESSERA_ADMIN_USER nein admin Benutzername des initialen Super-Admin, nur beim allerersten Start relevant.
TESSERA_ADMIN_EMAIL ja (für den Seed) – E-Mail des initialen Super-Admin.
TESSERA_ADMIN_PASSWORD ja (für den Seed) – Initiales Passwort des Super-Admin.
TESSERA_FORCE_CHANGE nein true Erzwingt Passwortwechsel beim ersten Login des geseedeten Admin-Accounts.
TESSERA_SMTP_HOST / _PORT / _SECURE / _USER / _PASSWORD / _FROM nein (aber ohne Host kein Mailversand) Host leer, Port 587, _SECURE=false, _FROM = Tessera <noreply@tessera.local> SMTP-Relay für ausgehende Mails (Passwort-Reset, Benachrichtigungen). Gilt nur als Rückfall: Sobald unter Administration → E-Mail-Versand (SMTP) ein Versandweg eingerichtet ist, verwendet Tessera diesen und ignoriert die Variablen. Der Standard-Absender sollte durch eine echte Adresse der Firma ersetzt werden.
MAIL_HOST / MAIL_PORT / MAIL_USER / MAIL_PASS nein nicht gesetzt Alte Rückfallnamen für den SMTP-Versand, die die API im Code weiterhin liest. Sie haben dort Vorrang vor den gleichnamigen TESSERA_SMTP_*-Werten (MAIL_HOST vor TESSERA_SMTP_HOST usw.; ohne beides greift localhost:1025, der Mailhog der Entwicklung). Weder die Compose-Dateien noch .env.prod.example reichen diese Namen an den api-Container durch; sie wirken also nur, wenn jemand sie von Hand in die Compose-Datei einträgt. Nutzen Sie sie nicht für neue Installationen, sondern TESSERA_SMTP_* oder besser die Einstellung in der Oberfläche.
TESSERA_BUGREPORT_TO nein leer Rückfall-Postfach für den Knopf „Fehler melden“ in der Kopfleiste, falls unter Administration → E-Mail-Versand (SMTP) kein Feld „Fehlermeldungen an“ gesetzt ist. Leer = nur die Einstellung in der Oberfläche gilt. Wie IMAGE_TAG (Kapitel 9): die Serverdatei /opt/tessera/docker-compose.prod.yml bekommt die Zeile TESSERA_BUGREPORT_TO: ${TESSERA_BUGREPORT_TO:-} nur von Hand.
APP_URL empfohlen http://localhost:3001 (für NEXT_PUBLIC_API_URL) / http://localhost:3000 (für TESSERA_APP_URL) Öffentliche Basis-URL der Web-Oberfläche. Wird serverseitig u. a. für in E-Mails generierte Links verwendet (TESSERA_APP_URL).
API_INTERNAL_URL fest verdrahtet http://api:3001 Adresse, unter der web die API innerhalb des Docker-Netzes erreicht; dorthin schreibt Next.js die /api-proxy/*-Rewrites um. In der Regel nicht ändern.
CORS_ORIGIN nein http://localhost:3000 (im Code der API, in keiner Compose-Datei gesetzt) Erlaubte Herkunftsadresse für Browser-Anfragen direkt an die API (CORS). Im Normalbetrieb ohne Wirkung, weil der Browser die API nie direkt, sondern nur über web und /api-proxy erreicht (Kapitel 1). Nur nötig, wenn jemand die API bewusst unter einer eigenen Adresse im Browser aufruft; dann muss die Variable zusätzlich in die Compose-Datei beim Dienst api eingetragen werden.
APP_VERSION / APP_CHANNEL / APP_COMMIT / APP_BUILD_TIME nein – nicht per .env setzen im Abbild fest eingebaut Versionsstempel von API (und Web). Sie werden beim Bau des Abbilds durch die Pipeline (.gitea/scripts/publish-images.sh) als Build-Argumente übergeben und im Abbild als Umgebungsvariablen abgelegt. Aus ihnen speist sich /health/version (Kapitel 9) und die Startzeile im Protokoll. Ein selbst gebautes Abbild ohne diese Angaben meldet als Version und Kanal dev und lässt Kennung und Bauzeit leer.
DASHBOARD_IMAGES_DIR / FAVORITE_ICONS_DIR nein – im Betrieb nie setzen nicht gesetzt (Ablage unter /app/user-files/dashboard-images bzw. /app/user-files/favorite-icons) Schalter, die die Ablage der Bilderrahmen-Bilder bzw. der Favoriten-Symbole auf ein anderes Verzeichnis umlenken. Sie existieren für Tests. Wer sie dennoch setzt, muss dafür sorgen, dass das neue Verzeichnis ebenfalls in einem Volume liegt und in die Sicherung aufgenommen wird (Kapitel 6), sonst gehen die Dateien beim Neuerstellen des Containers verloren.
IMAGE_TAG empfohlen beta Welcher Kanal auf diesem Server läuft: beta (alle Neuerungen, alpha) oder live (nur freigegebene Versionen, tessera.ctl.de). Siehe Kapitel 9.

Hinweis zu NEXT_PUBLIC_API_URL: Diese Variable wird beim Image-Build bereits fest auf /api-proxy gesetzt (ENV NEXT_PUBLIC_API_URL=/api-proxy in apps/web/Dockerfile, vor pnpm build). Next.js baut NEXT_PUBLIC_*-Variablen zur Build-Zeit in das an den Browser ausgelieferte JavaScript ein; der zur Laufzeit über Compose gesetzte Wert (${APP_URL:-http://localhost:3001}) hat auf das bereits gebaute Frontend-Bundle daher keine sichtbare Wirkung mehr. Praktisch reicht es, dass APP_URL für TESSERA_APP_URL (serverseitig, z. B. Mail-Links) korrekt gesetzt ist.

Wichtig – Konfigurationsdrift auf dem Server: Auf dem Produktivserver wurde die laufende Compose-Datei in der Vergangenheit direkt von Hand angepasst und ist damit nicht mehr zwingend identisch mit docker-compose.prod.yml in diesem Repository. Änderungen an docker-compose*.yml im Git-Repo wirken sich nicht automatisch auf die laufende Installation aus – der Deploy-Schritt zieht ausschließlich neue Images, die Compose-Datei selbst muss bei Bedarf separat auf dem Server aktualisiert werden. Vor grösseren Änderungen an der Compose-Struktur die auf dem Server tatsächlich liegende Datei prüfen, nicht blind von der Repo-Version ausgehen.

Dateien (Nextcloud)

Das Modul „Dateien“ spricht aus dem api-Container mit der Nextcloud der Installation (Adresse im Modul unter „Einstellungen“). Dafür gilt:

  • Ausgehender Zugriff: Der api-Container braucht Netzwerkzugriff auf die eingetragene Nextcloud (http oder https, auch interne Adressen). Tessera ruft nur feste Pfade dieser einen Adresse auf, folgt keiner Weiterleitung und schickt nie Cookies.
  • Zertifikate: Das Zertifikat der Nextcloud wird immer geprüft, es gibt keinen Schalter, das abzustellen. Nutzt die Nextcloud ein Zertifikat einer eigenen (internen) Zertifizierungsstelle, legen Sie deren Zertifikat in den api-Container und setzen Sie NODE_EXTRA_CA_CERTS=/pfad/zur/ca.pem in dessen Umgebung (Compose-Datei des Servers, danach up -d --force-recreate api). Ohne das meldet „Verbindung prüfen“ im Modul, das Zertifikat ließe sich nicht prüfen.
  • Nginx Proxy Manager (Tessera-Adresse): Beim Hochladen schickt der Browser große Dateien in Stücken von 8 MiB durch /api-proxy. Der Proxy vor Tessera muss das durchlassen: client_max_body_size mindestens 10m (besser 64m) und Lese- und Sendezeitlimits (proxy_read_timeout, proxy_send_timeout) von mindestens 120 Sekunden. Bei der Nginx-Voreinstellung von 1 MiB bricht jeder größere Upload schon beim ersten Stück ab.
  • Zusammenbau großer Dateien: Nextcloud setzt die Stücke am Ende zu einer Datei zusammen. Dauert das länger als etwa 20 Sekunden, antwortet Tessera sofort und die Oberfläche fragt den Fortschritt ab; die Verbindung bleibt also nie lange offen. Unvollständige Uploads (Stücke ohne Abschluss, etwa nach einem Seitenwechsel) räumt Nextcloud nach 24 Stunden selbst auf.
  • Zustand im Arbeitsspeicher: Offene Browser-Anmeldungen (Zwei-Faktor), laufende Zusammenbauten, die Aufrufsperre gegen die Brute-Force-Sperre der Nextcloud, die zwischengespeicherte Kennung der Nextcloud (10 Minuten) und noch ausstehende Widerrufe von App-Passwörtern liegen im Prozess des api-Containers. Ein Widerruf steht aus, wenn Nextcloud ihn gerade nicht annehmen konnte (Sperre nach „zu viele Anfragen“, Netzfehler, Wartung); Tessera versucht ihn nach dem Ende der Sperre bzw. nach einer Minute erneut, höchstens sechsmal. Ebenso beobachtet Tessera eine abgebrochene Browser-Anmeldung bis zu ihrem Ablauf und widerruft ein dort doch noch ausgestelltes App-Passwort sofort. Ein Neustart verwirft all das: Wer gerade eine Browser-Anmeldung offen hatte, startet sie neu; angemeldete Benutzer bleiben angemeldet (ihre Zugänge liegen verschlüsselt in der Datenbank). Ein dabei verlorener Widerruf bleibt als Gerät im Nextcloud-Konto des Benutzers stehen und lässt sich dort entfernen.
  • Teilen: Tessera legt je Benutzer höchstens 10 neue Freigaben innerhalb von 10 Minuten an. Das liegt bewusst deutlich unter dem eigenen Limit der Nextcloud von 20 in 10 Minuten: Läge Tessera darüber, meldete die Nextcloud „zu viele Anfragen“, und Tessera hielte dann alle Anfragen an die Nextcloud für 15 Minuten an, für alle Benutzer. Der Zähler liegt im Arbeitsspeicher des api-Containers und beginnt nach einem Neustart bei null; die Zusicherung gilt also nur, solange der Container nicht neu startet. Freigaben, die jemand direkt in der Nextcloud anlegt, zählen gegen deren Limit von 20, ohne dass Tessera davon weiß; die Luft zwischen 10 und 20 ist dafür gedacht. Zusätzlich zählt Tessera jeden Versuch, eine Freigabe anzulegen, auch einen abgelehnten (zum Beispiel „gibt es schon“): mehr als 40 Versuche in 10 Minuten je Benutzer weist Tessera ab, ohne die Nextcloud zu fragen, damit wiederholte Fehlversuche sie nicht belasten. Die Regeln für Links (Passwort, Ablaufdatum, öffentliches Hochladen, Gruppen) liest Tessera bei jeder Aktion frisch aus der Nextcloud und speichert nichts davon; eine Änderung in der Nextcloud wirkt nach wenigen Sekunden ohne Neustart (die Nextcloud selbst hält ihre Angaben nach einer Änderung per occ kurz in einem Zwischenspeicher). Passwörter von Links speichert und protokolliert Tessera nie, und auch die Adressen der Links stehen in keinem Protokoll. Die Adresse eines Links baut die Nextcloud aus dem Namen, unter dem Tessera sie aufruft (Administrationshandbuch, Abschnitt „Dateien: Nextcloud anbinden“).
  • Brute-Force-Ausnahme in der Nextcloud: Tragen Sie die Adresse des Tessera-Servers dort in die Ausnahmeliste ein (Administrationshandbuch, Abschnitt „Dateien: Nextcloud anbinden“). Sonst kann eine Reihe falscher Anmeldungen die Nextcloud für alle Benutzer gleichzeitig sperren.
  • Verschlüsselung: Die gespeicherten App-Passwörter sind mit TESSERA_ENCRYPTION_KEY verschlüsselt (Kapitel 2). Ein anderer Schlüssel macht sie unlesbar; die Benutzer müssen sich dann neu verbinden.

Zertifikatsmanager

Das Modul „Zertifikatsmanager“ braucht keine Einstellungen und keine eigene Konfiguration. Es speichert nichts: Zertifikate, Schlüssel und Passwörter kommen mit jeder Anfrage aus dem Browser, werden im Arbeitsspeicher des api-Containers verarbeitet und nicht in der Datenbank oder in Protokollen abgelegt. Für den Betrieb gilt:

  • Größe der Anfragen: Die Dateien gehen über /api-proxy an die API. Eine einzelne Analyse schickt höchstens 10 MB (höchstens 30 Dateien, je Datei bis 5 MB). Die Voraussetzung am Proxy ist dieselbe wie im Abschnitt „Dateien (Nextcloud)“: client_max_body_size von mindestens 10m. Beim Herunterladen eines Ergebnisses schickt der Browser nur Zertifikate und höchstens einen Schlüssel als JSON, höchstens 512 KiB je Anfrage (Tessera legt für genau diese Anfrage eine eigene Grenze fest, alle anderen JSON-Anfragen bleiben bei 100 kB).
  • Ausgehender Zugriff: Der Zertifikatsmanager ruft von sich aus nichts im Internet ab. Eine Ausnahme gibt es: Klickt ein Benutzer auf „Fehlendes Zertifikat holen“, schickt der api-Container eine einzelne Anfrage an die Adresse, die im Zertifikat als Aussteller-Adresse steht (meist http://, selten https://). Dafür muss der api-Container ausgehend per HTTP und HTTPS (Ports 80 und 443) ins Internet kommen; andere Ports ruft Tessera nie ab. Ist das ausgehend gesperrt (Firewall, Proxy-Pflicht), meldet der Knopf „nicht erreichbar“, alles andere im Modul funktioniert weiter, und die Benutzer laden das Zertifikat selbst herunter. Tessera ruft dabei nur öffentliche Adressen ab (keine internen Rechner, keine Adressen des eigenen Netzes), prüft die Adresse im Moment des Verbindens noch einmal, folgt höchstens drei Weiterleitungen, begrenzt Wartezeit (8 Sekunden) und Antwortgröße (256 KiB) und übernimmt nur ein Zertifikat, das das betroffene Zertifikat wirklich ausgestellt hat. Im Protokoll steht bei einem Fehler genau eine Zeile mit dem Servernamen und einem Fehlercode, nie ein Zertifikat.
  • Rechenaufwand: Passwortgeschützte PFX-Dateien und verschlüsselte Schlüssel öffnet Tessera mit den eingegebenen Passwörtern (je Datei höchstens zehn verschiedene Versuche); das kostet kurz Rechenzeit, belastet den Server aber nicht dauerhaft. Damit eine präparierte Datei die API nicht ausbremsen kann, gelten Grenzen je Anfrage: eine Passwortableitung höchstens eine Million Runden, alle zusammen höchstens sechs Millionen (mehr überspringt Tessera mit Hinweis), höchstens 200 Zertifikate, 50 Schlüssel und 50 Zertifikatsanfragen sowie 20 MiB für alle Dateien zusammen (Tessera bricht schon beim Empfang ab, mit der Meldung zu große Dateien, HTTP 413). ZIP-Dateien werden mit hartem Deckel entpackt (1 MiB je Eintrag, 20 MiB zusammen, höchstens 100 Einträge je ZIP und ein Kompressionsverhältnis von höchstens 100 : 1 je Eintrag); ein ZIP mit mehr Einträgen wird ganz abgelehnt, ein Eintrag mit auffälligem Verhältnis wird als verdächtig übersprungen und im Ergebnis gemeldet. Ordner, __MACOSX, versteckte Dateien (Name mit Punkt am Anfang), Thumbs.db und desktop.ini zählen nicht mit.

4. Neue Fassung einspielen

Das ist der wichtigste Ablauf im Tagesgeschäft. Zwei Befehle:

docker compose -f docker-compose.prod.yml pull
docker compose -f docker-compose.prod.yml up -d --force-recreate api web

Verifizierte Falle: docker compose up -d ohne --force-recreate ersetzt einen bereits laufenden Container nicht, wenn Compose der Meinung ist, an der Service-Definition habe sich nichts geändert – auch wenn pull gerade ein neues Image unter demselben Etikett (beta bzw. live) heruntergeladen hat. Der alte Container läuft dann unverändert mit dem alten Code weiter, ohne Fehlermeldung. Das Deployment wirkt erfolgreich, ist es aber nicht. Dieser Fehler ist dem Team schon mehrfach passiert. Deshalb: nach jedem pull immer --force-recreate verwenden (nur api und web betrifft das – db soll normalerweise nicht neu erstellt werden, sonst würde sie kurz neu starten).

Kontrolle, ob es wirklich funktioniert hat: Startzeitpunkt des Containers mit dem Erstellungszeitpunkt des zugehörigen Images vergleichen. Der Container muss nach dem Image erzeugt worden sein:

docker inspect -f '{{.State.StartedAt}}' tessera-api-1
docker image inspect -f '{{.Created}}' git.vicolab.de/schalli/tessera-ctl/api:beta

docker inspect -f '{{.State.StartedAt}}' tessera-web-1
docker image inspect -f '{{.Created}}' git.vicolab.de/schalli/tessera-ctl/web:beta

(Auf dem Live-Server statt :beta jeweils :live einsetzen – das Etikett, das in der .env als IMAGE_TAG steht, siehe Kapitel 9.)

(Container-Namen mit docker compose -f docker-compose.prod.yml ps prüfen, falls sie auf dem Server abweichen.) Liegt StartedAt vor Created des Images, läuft noch die alte Version – dann --force-recreate nachholen.

Hinweis für die erste Version nach 1.3.1 – alte Bildspalte fällt weg: Diese Version entfernt die alte Spalte, in der die Bilder des Bilderrahmen-Widgets früher in der Datenbank lagen (Migration 20260924120000_dashboard_image_drop_data). Die Bilder selbst liegen seit 1.3.1 im Volume user-files; 1.3.1 hat sie beim ersten Start von selbst dorthin umgezogen. Hat ein Server 1.3.1 übersprungen, wäre der Umzug dort nie gelaufen – dann bricht die Migration ab, bevor sie etwas ändert, und der api-Container startet nicht. In docker compose logs api steht dann die Meldung „DashboardImage: es gibt noch Zeilen ohne storagePath — Umzug (quick-260922-hk4) zuerst mit einer Version >= 1.3.1 laufen lassen, dann erneut deployen“. Es gehen dabei keine Bilder verloren. Abhilfe in drei Schritten:

  1. Den abgebrochenen Versuch als zurückgenommen vermerken – sonst verweigert auch 1.3.1 jeden Start, weil Prisma eine fehlgeschlagene Migration in der Datenbank sieht (Fehler P3009):

    docker compose -f docker-compose.prod.yml exec db \
      psql -U tessera -d tessera -c \
      "UPDATE _prisma_migrations SET rolled_back_at = now() WHERE migration_name = '20260924120000_dashboard_image_drop_data' AND finished_at IS NULL;"
    
  2. In der .env IMAGE_TAG=v1.3.1 setzen, pull und --force-recreate wie oben, den Start abwarten – der Umzug läuft dabei von selbst.

  3. IMAGE_TAG zurück auf den Kanal (live bzw. beta) und erneut einspielen; jetzt läuft die Migration durch.

(Dieser Ablauf ist am 24.09.2026 in einer Wegwerf-Datenbank vollständig durchgespielt.)

5. Datenbank-Migrationen

Ein separater Migrationsschritt ist nicht nötig. Der api-Container führt Prisma-Migrationen bei jedem Start automatisch aus, bevor der eigentliche Prozess hochfährt. Der Startbefehl des Images (apps/api/Dockerfile, CMD) ruft dafür das Skript apps/api/scripts/migrate-and-start.sh auf. Es arbeitet in drei Schritten:

  1. Es prüft, dass DATABASE_URL gesetzt ist. Fehlt sie, bricht der Container sofort mit der Meldung „FEHLER: DATABASE_URL ist nicht gesetzt.“ ab.
  2. Es führt prisma migrate deploy --schema apps/api/prisma/schema.prisma aus. Als Verbindung dient TESSERA_MIGRATE_DATABASE_URL, falls diese Variable gesetzt ist (Kapitel 3); ist sie leer oder fehlt sie, nimmt das Skript DATABASE_URL.
  3. Erst wenn die Migration erfolgreich war, startet es die API mit exec node apps/api/dist/main.js. Die API selbst arbeitet immer mit DATABASE_URL.

Das heisst: Sobald ein neues Image (mit neuen Migrationen im Ordner apps/api/prisma/migrations/) per pull + --force-recreate eingespielt wird, laufen ausstehende Migrationen beim nächsten Start automatisch. Schlägt eine Migration fehl, startet die API (Schritt 3) erst gar nicht – der Container bleibt dann im Neustart-Loop bzw. terminiert, sichtbar in docker compose logs api.

Kontrolle, ob eine Migration tatsächlich angekommen ist:

docker compose -f docker-compose.prod.yml exec db \
  psql -U tessera -d tessera -c \
  "SELECT migration_name, finished_at FROM _prisma_migrations ORDER BY finished_at DESC LIMIT 5;"

Der Name der zuletzt erwarteten Migration lässt sich mit dem Ordnernamen in apps/api/prisma/migrations/ abgleichen (Namensschema YYYYMMDDHHMMSS_beschreibung).

6. Sicherung und Wiederherstellung

Es gibt aktuell kein eingebautes Backup-Skript und kein Makefile-Target dafür im Repository. Sicherung erfolgt manuell über die Postgres-Bordmittel.

Datenbank sichern

docker compose -f docker-compose.prod.yml exec db \
  pg_dump -U tessera -d tessera -F c -f /tmp/tessera-$(date +%Y%m%d).dump
docker compose -f docker-compose.prod.yml cp db:/tmp/tessera-$(date +%Y%m%d).dump ./

Datenbank wiederherstellen

docker compose -f docker-compose.prod.yml cp ./tessera-YYYYMMDD.dump db:/tmp/restore.dump
docker compose -f docker-compose.prod.yml exec db \
  pg_restore -U tessera -d tessera --clean --if-exists /tmp/restore.dump

Vor einer Wiederherstellung api stoppen, damit keine Schreibzugriffe während des Restores stattfinden.

Was sonst noch an Zustand existiert

  • PostgreSQL-Daten: liegen im benannten Docker-Volume pgdata (docker-compose.prod.yml, Mount pgdata:/var/lib/postgresql/data im db-Container). pgdata ist eines von zwei dauerhaften Docker-Volumes (siehe nächster Punkt) und kann zusätzlich über ein docker volume-Backup gesichert werden.

  • Verschlüsselungsschlüssel TESSERA_ENCRYPTION_KEY: liegt nur in .env auf dem Host, nicht im Datenbank-Dump. Getrennt sichern (siehe Kapitel 2/3) – ohne ihn sind alle per pg_dump gesicherten verschlüsselten Zugangsdaten wertlos.

  • Hochgeladene Dateien (Avatare unter user-files/avatars/, Bilder des Bilderrahmen-Widgets unter user-files/dashboard-images/<Benutzerkennung>/, Symbole des Favoriten-Widgets unter user-files/favorite-icons/<Benutzerkennung>/, generierte DKV-Exporte unter user-files/, siehe apps/api/src/user/user.controller.ts, apps/api/src/dashboard/dashboard-images.service.ts, apps/api/src/favorites/favorites.service.ts und apps/api/src/dkv/dkv-export.service.ts): Diese Dateien liegen im benannten Docker-Volume user-files, gemountet auf /app/user-files im Dienst api. Der Mount ist in docker-compose.yml und docker-compose.prod.yml eingetragen:

    # beim Dienst api:
        - user-files:/app/user-files
    # im Top-Level-Block volumes:
      user-files:
    

    Damit überstehen Avatare, Bilderrahmen-Bilder und DKV-Exporte ein --force-recreate von api. Seit den Bilderrahmen-Bildern (Version nach 1.3.0) gehört dieses Volume zwingend zur Sicherung: pg_dump allein enthält diese Bilder nicht mehr — genau das ist der Zweck der Umstellung, der Datenbank-Abzug bleibt dadurch klein. Wie bei pgdata zeigt docker volume ls das Volume mit vorangestelltem Projektnamen an (<projekt>_user-files). Gesichert werden die Dateien weiterhin mit docker compose cp api:/app/user-files ./user-files-backup, alternativ über eine Sicherung des Docker-Volumes selbst (wie bei pgdata).

    Wichtig für den Betrieb auf einem bestehenden Server: /opt/tessera/docker-compose.yml ist keine Arbeitskopie dieses Repositorys – die Datei wurde dort von Hand bearbeitet und weicht ab. Ein Deploy holt ausschließlich Images und fasst diese Datei nicht an. Diese Compose-Änderung erreicht eine bereits laufende Installation deshalb nicht von selbst. Wer die Reparatur dort haben will, trägt dieselben zwei Zeilen selbst in /opt/tessera/docker-compose.yml ein (vorher sichern) und erstellt die Container einmal neu. Bis dahin gilt für die laufende Installation weiterhin der alte, verlustbehaftete Zustand – prüfbar mit docker inspect tessera-api-1 und einem Blick auf Mounts.

7. Protokolle und Fehlersuche

Logs ansehen:

docker compose -f docker-compose.prod.yml logs -f api
docker compose -f docker-compose.prod.yml logs -f web
docker compose -f docker-compose.prod.yml logs -f db

Gesunder Start sieht so aus: db wird healthy, danach startet api und protokolliert die durchgelaufenen Prisma-Migrationen sowie zuletzt Tessera API running on port 3001 und direkt darunter eine Zeile wie Tessera API v1.0.0 (live) abc1234 (beides aus apps/api/src/main.ts) – Version, Kanal und Kurzkennung des Standes, der gerade läuft (siehe Kapitel 9). Erst danach startet web, weil depends_on: api: condition: service_healthy das erzwingt.

Symptom Wahrscheinliche Ursache Prüfen / Beheben
docker compose up bricht sofort ab, ohne dass ein Container startet, mit einer Meldung zu TESSERA_ENCRYPTION_KEY Variable fehlt in .env – Compose selbst verweigert die Variablen-Interpolation (${TESSERA_ENCRYPTION_KEY:?...}) TESSERA_ENCRYPTION_KEY setzen (siehe Kapitel 2), danach erneut starten.
api-Container startet und beendet sich sofort wieder, Log zeigt TESSERA_ENCRYPTION_KEY is not set oder must be a 64-character hex string Key ist zwar irgendwo gesetzt, aber leer oder falsch lang Mit openssl rand -hex 32 neu erzeugen, Länge prüfen (64 Zeichen).
api-Container beendet sich sofort, Log zeigt FEHLER: DATABASE_URL ist nicht gesetzt. DATABASE_URL fehlt oder ist leer; das Startskript apps/api/scripts/migrate-and-start.sh bricht ab, bevor Prisma sich verbindet (Kapitel 5) DATABASE_URL in der .env setzen (Form siehe Kapitel 3) und den api-Container neu erstellen (--force-recreate api).
api wird nie healthy, Log zeigt Verbindungsfehler von Prisma/PostgreSQL db ist noch nicht bereit, DATABASE_URL falsch, oder DB_PASSWORD/DATABASE_URL passen nicht zusammen docker compose ps – ist db healthy? DATABASE_URL gegen DB_PASSWORD abgleichen.
Login funktioniert nicht, obwohl api und web laufen JWT_SECRET bei web und api unterschiedlich, z. B. nach halbherzigem Neustart nur eines Containers Beide Container mit demselben JWT_SECRET neu erstellen (--force-recreate api web).
Neue Version scheint nicht anzukommen, obwohl pull gelaufen ist Klassische up -d-Falle ohne --force-recreate (siehe Kapitel 4) StartedAt des Containers gegen Created des Images vergleichen, ggf. --force-recreate nachholen.
Initialer Admin-Login funktioniert nicht nach Änderung von TESSERA_ADMIN_PASSWORD Seed läuft nur, wenn der Benutzername noch nicht existiert; bestehende Accounts werden nicht überschrieben Passwort über die Anwendung selbst (bzw. direkt in der Datenbank) ändern, nicht über die .env-Variable.
Mails werden nicht versendet TESSERA_SMTP_HOST leer (Prod-Default) SMTP-Variablen vollständig setzen und Container neu erstellen.
Fehlermeldungen der Anwender kommen nicht an Kein Postfach gesetzt (weder „Fehlermeldungen an“ unter Administration → E-Mail-Versand (SMTP) noch TESSERA_BUGREPORT_TO), oder der SMTP-Versand des Mandanten scheitert Feld „Fehlermeldungen an“ (Administration → E-Mail-Versand (SMTP)) oder TESSERA_BUGREPORT_TO prüfen; API-Log nach Bug report durchsuchen (eine Zeile je gesendeter Meldung mit dem Herkunfts-Kürzel [Browser], [Desktop/Windows] oder [Desktop/Linux], Bug report mail failed bei Versandfehler).
Avatare/DKV-Exporte nach einem Deploy verschwunden Die verwendete Compose-Datei mountet user-files/ nicht als Volume – im Repository-Stand seit dieser Version behoben, betrifft nur eine Installation mit abweichender Compose-Datei Die zwei Zeilen aus Kapitel 6 in die verwendete Compose-Datei eintragen (auf dem Server: /opt/tessera/docker-compose.yml, vorher sichern) und api neu erstellen.

8. Abgrenzung zur CI/CD-Pipeline

Dieses Dokument beschreibt den manuellen Betrieb: Erstinstallation, Redeploy, Migrations-Kontrolle, Backup und Fehlersuche auf einer bereits eingerichteten Installation.

Wie die Gitea-Actions-Pipeline (Runner-Registrierung, .gitea/workflows/ci.yml, Berechtigungen des act_runner-Docker-Socket-Mounts) aufgesetzt wird, ist bewusst nicht Teil dieses Dokuments – das steht vollständig in docs/ci-cd-setup.md. Die Grenze zwischen beiden Dokumenten: Sobald ein neues Image lokal vorliegt oder in einer Registry verfügbar ist, beginnt dieses Betriebshandbuch (Kapitel 4 und 9); alles davor – wie das Image entsteht – gehört in das CI/CD-Runbook.

Automatische Sicherheitsprüfung. Nach dem Bau der Images läuft in der Pipeline ein weiterer Arbeitsschritt namens „Sicherheitsprüfung (nur Bericht)“. Er prüft den eingecheckten Quelltext, die gesamte Änderungsgeschichte und die frisch gebauten Images auf Zugangsdaten im Quelltext und auf bekannte Schwachstellen in den verwendeten Bausteinen. Er meldet nur und hält nie etwas an: Ein Fund macht weder den Bau noch eine Veröffentlichung rot, und der Schritt bekommt keine Geheimnisse der Pipeline. Die Zahlen stehen im Protokoll des Laufs in den Zeilen, die mit SECURITY-SUMMARY beginnen; die Rohberichte hängen (sofern der Server das zulässt) als Download sicherheitsberichte am Lauf. Aufbau und Fehlersuche stehen im CI/CD-Runbook, die Ergebnisse und ihre Einordnung im Sicherheitsprotokoll.

9. Zwei Kanäle: Live und Beta

Seit September 2026 gibt es Tessera in zwei Ausgaben, die getrennt voneinander laufen. Dieses Kapitel erklärt, was das bedeutet, welche Zeile auf welchem Server stehen muss, wie eine Version freigegeben wird, wie ein dringender Fehler auf Live behoben wird, und wie Sie jederzeit sehen, welche Fassung gerade läuft.

Was ein Kanal ist

Ein Kanal ist eine Ausgabe von Tessera, die auf einem bestimmten Server läuft und nach eigenen Regeln neue Stände bekommt. Es gibt zwei:

  • Beta – alles Neue, sofort nach jeder Änderung. Läuft unter alpha.tessera.ctl.de. Das Etikett (die Kennzeichnung des Docker-Images in der Registry) heißt beta. Das ältere Etikett latest ist nur ein zweiter Name für genau dasselbe Beta-Image; es bleibt vorerst bestehen, damit nichts kaputtgeht, und kann später wegfallen.
  • Live – nur freigegebene Versionen mit einer Nummer. Läuft unter tessera.ctl.de auf dem neuen Server. Das Etikett heißt live; zusätzlich trägt jede freigegebene Version ihre Nummer als eigenes Etikett (v1.0.0, v1.0.1, …), damit man jederzeit auch einen älteren Stand gezielt holen kann.

Die Versionsnummer kommt aus der Freigabe (in Git heißt das „Tag“ – eine Markierung an einem bestimmten Stand), nicht aus einer Datei im Code. Zwischen zwei Freigaben zeigt die Beta eine Kennung wie v1.0.0-12-gabc1234: das bedeutet „12 Änderungen nach Version 1.0.0, Stand abc1234“. Vor der allerersten Freigabe steht dort nur die Kurzkennung des Standes (sieben Zeichen, z. B. abc1234).

Die eine Zeile je Server

Welchen Kanal ein Server bekommt, entscheidet eine einzige Zeile in der Datei /opt/tessera/.env:

  • auf alpha (Beta): IMAGE_TAG=beta
  • auf dem neuen Live-Server: IMAGE_TAG=live

Fehlt die Zeile ganz, nimmt die Compose-Datei von selbst beta. Für den Live-Server ist die Zeile also Pflicht, sonst zieht er die Beta.

Weil /opt/tessera keine Arbeitskopie des Repositorys ist (siehe Kapitel 3, „Konfigurationsdrift“), muss die Compose-Datei auf dem Server einmal von Hand angepasst werden. Auf alpha ist das die Datei /opt/tessera/docker-compose.prod.yml (die .env dort verweist mit COMPOSE_FILE auf sie). Zuerst eine Sicherung:

cd /opt/tessera
cp docker-compose.prod.yml docker-compose.prod.yml.bak.$(date +%Y%m%d)

Dann die zwei image:-Zeilen (eine beim Dienst web, eine beim Dienst api) auf diese Form bringen – der einzige Unterschied zu heute ist das Ende der Zeile:

    image: git.vicolab.de/schalli/tessera-ctl/web:${IMAGE_TAG:-beta}
    image: git.vicolab.de/schalli/tessera-ctl/api:${IMAGE_TAG:-beta}

Danach wie in Kapitel 4:

docker compose -f docker-compose.prod.yml pull
docker compose -f docker-compose.prod.yml up -d --force-recreate api web

Hinweis: Die Vorlage .env.prod.example im Repository enthält die Zeilen IMAGE_TAG=live und COMPOSE_FILE=docker-compose.prod.yml bereits. Wer eine neue .env aus der Vorlage anlegt, setzt IMAGE_TAG nur noch auf den gewünschten Kanal; auf einer älteren, von Hand gepflegten .env (wie auf alpha) werden die Zeilen einmal ergänzt.

Eine Version freigeben

Das Freigeben erledigt Claude; Sie sagen nur „Version X freigeben“. Zur Einordnung, was dabei passiert:

  1. Änderungsliste abschließen: Zuerst wird geprüft, ob jedes seit dem letzten Tag geänderte Modul einen unveröffentlichten Eintrag in seinem Modul-Changelog hat (Prüfbefehl und Regeln: Entwicklungsanleitung, Abschnitt „Modulversion und Modul-Changelog pflegen“); die unveröffentlichten Modul-Einträge bekommen das Freigabedatum. Dann wird in CHANGELOG.md der Abschnitt „Unveröffentlicht“ in „X.Y.Z – JJJJ-MM-TT“ umbenannt, darüber ein neues, leeres „Unveröffentlicht“ angelegt, und das Ganze auf main committet und gepusht.
  2. Prüfung von außen: Sobald alpha den Beta-Stand zeigt, der freigegeben werden soll (die Versionszeile unter /health/version, siehe unten, muss stimmen), führt Claude vom Entwicklungsrechner aus die passive Grundprüfung aus: sh .gitea/scripts/zap-baseline.sh. Sie sieht sich alpha an wie ein Besucher ohne Konto, füllt keine Formulare aus und greift nichts an. Als Ziel gilt die öffentliche Adresse von alpha. Ist sie vom Entwicklungsrechner nicht erreichbar, wird mit ZAP_TARGET die direkte Adresse der Anwendung auf dem Testserver angegeben; das Ergebnis vermerkt dann, dass der vorgeschaltete Proxy nicht mitgeprüft wurde. Der Zugangsschutz (Basic Auth) vor alpha bleibt unverändert bestehen. Das Ergebnis trägt Claude im Sicherheitsprotokoll ein (Eintrag unter „Verlauf“, neue Befunde in „Einordnung der Befunde“). Ein neuer Befund der Stufe „Hoch“ wird vor der Freigabe behoben oder im Protokoll begründet.
  3. Zusammenführen und taggen: Erst dann wird zusammengeführt und getaggt:
git checkout live
git merge --ff-only main
git tag -a vX.Y.Z -m "Tessera X.Y.Z"
git push origin live vX.Y.Z

Der zweite Befehl übernimmt den Stand der Beta in den Live-Zweig. Wenn er sich weigert, ist eine frühere Korrektur (siehe Hotfix, Schritt 5) noch nicht zurück in main – dann wird erst das nachgeholt. Der Push löst die Pipeline zweimal aus: der Zweig live wird nur geprüft, der Tag vX.Y.Z wird gebaut und als live und vX.Y.Z abgelegt. Das dauert etwa vier bis sechs Minuten.

Derselbe Tag baut zusätzlich die Desktop-Pakete (Windows-Installer und Linux-AppImage) und hängt beide als Dateien an denselben Release an – Details dazu in Kapitel 10.

Beim Tag legt die Pipeline zusätzlich einen Release in Gitea an: Name „Tessera X.Y.Z”, Text ist der Abschnitt dieser Version aus CHANGELOG.md. Sie finden ihn im Repository unter „Releases”. Fehlt der Abschnitt in der Änderungsliste, schlägt genau dieser letzte Schritt fehl – die Abbilder sind dann trotzdem gebaut und abgelegt. Der Release wird nachgeholt, sobald der Abschnitt nachgetragen ist: entweder durch erneutes Auslösen des Tag-Laufs oder lokal per Skript (.gitea/scripts/publish-release.sh --tag vX.Y.Z).

Danach spielen Sie die Version auf dem Live-Server ein – Kapitel 4 gilt unverändert:

docker compose -f docker-compose.prod.yml pull
docker compose -f docker-compose.prod.yml up -d --force-recreate api web

Erstfreigabe v1.0.0: Die erste Freigabe ist erfolgt. Der Zweig live entstand am 2026-09-14 aus main (git checkout -b live main), bekam den Tag v1.0.0 und wurde zusammen mit dem Tag gepusht; seit 2026-09-15 läuft diese Version auf dem Live-Server. Der Release „Tessera 1.0.0“ in Gitea wurde nachträglich mit dem Skript angelegt, weil die Änderungsliste erst danach eingeführt wurde.

Einen Fehler auf Live beheben (Hotfix)

Ein Hotfix ist eine kleine Korrektur, die auf Live landen muss, ohne die Neuerungen der Beta mitzunehmen. Ablauf (Claude führt die Git-Schritte aus, Sie spielen ein):

  1. Den Live-Stand holen: git checkout live && git pull.
  2. Einen Korrekturzweig hotfix/<kurzer-name> von live anlegen.
  3. Die Korrektur machen und die Tests laufen lassen.
  4. Nach live mergen, die nächste Nummer vergeben (vX.Y.(Z+1), also z. B. v1.0.1 nach v1.0.0) und beides pushen: git push origin live vX.Y.(Z+1). Danach spielen Sie die Version auf dem Live-Server ein (Befehle wie oben).
  5. Die Korrektur in die Beta übernehmen: git checkout main && git merge live. Vorher wird geprüft, ob die Korrektur dort noch zusammenpasst (Konflikte, Tests), dann git push – die Beta bekommt sie mit dem nächsten Pipeline-Lauf.

Keine Datenbankänderung als Hotfix. Der Grund in Alltagssprache: Datenbankänderungen (Migrationen) tragen einen Zeitstempel im Namen und werden in dieser Reihenfolge ausgeführt. Die Beta hat womöglich schon neuere Änderungen eingespielt. Eine Hotfix-Änderung mit noch späterem Zeitstempel landet beim Übernehmen in die Beta hinter Änderungen, die sie eigentlich nicht kennt – das ist der eine Fall, der beim Zusammenführen still kaputtgehen kann. Braucht eine Korrektur eine Datenbankänderung, wird sie als reguläre Version über main freigegeben.

Woran Sie erkennen, welche Version läuft

Vier Wege, vom einfachsten zum genauesten:

  1. In der Oberfläche: Unten in der Seitenleiste steht v1.0.0 · Live bzw. v1.0.0-12-gabc1234 · Beta. Wenn Sie die Maus darüber halten, erscheinen die Kurzkennung des Standes und die Version, die der Server meldet. Weichen Oberfläche und Server voneinander ab, wurde nur einer der beiden Container neu erstellt – dann Kapitel 4 anwenden (--force-recreate api web).

  2. Auf dem Server per Abfrage:

    curl -s http://localhost:3001/health/version
    

    Die Antwort enthält die Felder version, channel (beta oder live), commit (Kurzkennung) und buildTime (wann das Image gebaut wurde). Diese Angaben stammen aus den Umgebungsvariablen APP_VERSION, APP_CHANNEL, APP_COMMIT und APP_BUILD_TIME, die die Pipeline beim Bau des Images fest einträgt (.gitea/scripts/publish-images.sh); sie werden nicht über die .env gesetzt. Ein Image, das jemand von Hand ohne diese Angaben gebaut hat, meldet deshalb dev als Version und Kanal und leere Felder für Kennung und Bauzeit.

  3. Im Protokoll:

    docker compose -f docker-compose.prod.yml logs api | grep "Tessera API"
    

    Zeigt die Startzeile Tessera API v1.0.0 (live) abc1234 (siehe Kapitel 7).

  4. Was sich geändert hat: Ein Klick auf die Versionszeile unten in der Seitenleiste öffnet die Seite „Was ist neu“ mit der Änderungsliste. Auf Live sehen Sie nur freigegebene Versionen; auf der Beta steht zusätzlich der Abschnitt „Noch nicht freigegeben (Beta)“ mit dem, was seit der letzten Freigabe dazugekommen ist.

Den neuen Live-Server einrichten

Kapitel 2 gilt vollständig. Die Abweichungen gegenüber alpha:

  • In der .env steht IMAGE_TAG=live.
  • Eigene, neu erzeugte Geheimnisse: JWT_SECRET, TESSERA_ENCRYPTION_KEY, DB_PASSWORD und das Admin-Passwort. Nichts davon von alpha übernehmen.
  • Eine eigene, leere Datenbank. Die API legt beim ersten Start den ersten Admin an (Kapitel 2, Schritt 4). Die alpha-Datenbank wird nicht kopiert – es sei denn, das wird ausdrücklich gewünscht. In diesem Fall gilt Kapitel 6 (Wiederherstellung) und der Live-Server muss denselben TESSERA_ENCRYPTION_KEY wie alpha bekommen, sonst sind alle gespeicherten Zugangsdaten unbrauchbar.
  • APP_URL=https://tessera.ctl.de.
  • Der erste pull holt das Etikett live. Vor der Erstfreigabe v1.0.0 gibt es dieses Etikett noch nicht – deshalb erst freigeben, dann installieren. Für einen Probelauf davor kann vorübergehend IMAGE_TAG=beta stehen; danach auf live umstellen und pull + up -d --force-recreate api web wiederholen.

10. Desktop-App: Pakete und Release-Dateien

Seit September 2026 gibt es Tessera zusätzlich als Desktop-App für Windows und Linux. Dieses Kapitel beschreibt, woher die Pakete kommen, wo sie liegen und wie Sie Fehlerbilder rund um den Download einordnen. Die Anwendersicht (Download, Installation, SmartScreen-Hinweis, Bedienung) steht in docs/anleitung-anwender.md, Kapitel „Desktop-App".

Woher die Pakete kommen

Der CI-Job desktop läuft nach test und vor publish – auf Push nach main und bei jedem Freigabe-Tag v*. In diesem einen Job entstehen auf dem Linux-Runner sowohl das Linux-AppImage als auch der Windows-Installer per Cross-Bau (cargo-xwin + NSIS aus dem Ubuntu-Paket, kein Windows-Rechner in der Pipeline). Einzelheiten zur Werkzeugkette stehen in docs/ci-cd-setup.md, Abschnitt 4.

Der Rust-Bau ist auf vier parallele Prozesse begrenzt (CARGO_BUILD_JOBS), weil sich der Runner den Rechner mit Gitea und dem Entwicklungs-Stack teilt; mit acht Prozessen geriet ein Rechner mit 15 GB Arbeitsspeicher an die Grenze. Der Job dauert damit etwa fünf bis sieben Minuten (mit warmem Zwischenspeicher), der erste Lauf nach einer Änderung der Abhängigkeiten deutlich länger – sofern überhaupt gebaut wird, siehe nächster Abschnitt.

Wann gebaut wird und wann Pakete übernommen werden

Seit September 2026 baut die Pipeline die Desktop-Pakete auf dem Beta-Kanal nur noch, wenn sich an der Desktop-App etwas geändert hat. Maßgeblich ist ein Stempel aus der Versionsnummer des letzten Freigabe-Tags und dem letzten Commit an den Desktop-Pfaden (apps/desktop/, die Skripte desktop-version.sh, desktop-collect.sh, desktop-stamp.sh, die Workflow-Datei ci.yml). Liegen zu diesem Stempel fertige Pakete im Zwischenspeicher des Runners, übernimmt der Job sie unverändert; die Bau-Schritte entfallen, und der Job braucht dann unter einer Minute. Im Protokoll steht dann eine Zeile wie „Desktop unveraendert seit : Pakete … aus dem Zwischenspeicher".

Drei Regeln dazu:

  • Freigabe-Tags bauen immer – die Release-Dateien entstehen frisch mit reiner Versionsnummer.
  • Nach einer Freigabe wird einmal neu gebaut, auch ohne Änderung an der Desktop-App, weil die Versionsnummer zum Stempel gehört; die Beta-Pakete tragen danach die neue Basisversion.
  • Übernommene Pakete tragen den Stand ihres Baus – Dateiname (-beta.<Commit>) und Manifest nennen den Commit des Baus, nicht den des aktuellen Abbilds. Das ist gewollt: ein Client dieses Standes bekommt keinen unnötigen Hinweis auf einen neuen Beta-Stand, ein älterer Client weiterhin.

Fehlt der Eintrag im Zwischenspeicher (der Runner räumt ungenutzte Einträge nach einigen Tagen, alte nach etwa einem Monat weg) oder ist er unvollständig, wird ganz normal gebaut – die Pipeline prüft vor der Übernahme Manifest, Kanal, Version, Dateinamen, Größen und Prüfsummen.

Wo die Pakete im Abbild liegen

publish kopiert die fertigen Pakete in das API-Abbild nach /app/desktop-dist/, zusammen mit einer manifest.json (Version, Kanal, Dateinamen, Größen, Prüfsummen; seit der Update-Funktion zusätzlich updateVersion – die Form, die der Client vergleicht, X.Y.Z auf Live und X.Y.Z-beta.g{commit} auf Beta – sowie je Plattform die signature des Pakets). Auf dem Beta-Kanal tragen die Dateinamen zusätzlich den Suffix -beta.{commit}, zum Beispiel Tessera-Setup-1.1.0-beta.742fb5c.exe und Tessera-1.1.0-beta.742fb5c.AppImage; auf Live steht dort die reine Form Tessera-Setup-X.Y.Z.exe / Tessera-X.Y.Z.AppImage.

Kontrolle auf dem Server:

docker compose exec api ls -l /app/desktop-dist
curl -s https://{ihre-adresse}/api-proxy/desktop/latest
curl -si "https://{ihre-adresse}/api-proxy/desktop/update?target=windows&arch=x86_64&current=0.0.0&base=https://{ihre-adresse}"

ls -l zeigt die abgelegten Dateien samt manifest.json; die erste curl-Abfrage liefert dieselben Angaben als JSON (Version, Kanal, je Plattform Dateiname, Größe, Prüfsumme und relative Download-Adresse) – das ist genau die Antwort, die auch die Anmeldeseite und die Einstellungsseite auswerten. Antwortet die Abfrage mit 404, fehlt entweder das Verzeichnis oder das Manifest; die Web-Oberfläche blendet den Download-Link dann automatisch aus.

Die zweite Kontrollzeile stellt die Frage, die der Desktop-Client beim Start stellt: 200 mit version, url und signature bedeutet, dass sich installierte Clients von diesem Server aktualisieren können; 204 bedeutet, dass für diese Plattform kein signiertes Paket vorliegt (zum Beispiel ein Stand vor September 2026 oder ein Bau ohne Schlüssel). Für Linux target=linux einsetzen.

Release-Dateien in Gitea

Bei einem Freigabe-Tag hängt die Pipeline zusätzlich beide Dateien aus dem Manifest als Anhänge an den Gitea-Release desselben Tags (Kapitel 9, „Eine Version freigeben") – idempotent: ein erneuter Lauf ersetzt eine bereits vorhandene Datei gleichen Namens, statt einen zweiten Anhang anzulegen. Die am Release hinterlegte Datei ist byteidentisch mit der im Abbild ausgelieferten; die Prüfsumme (sha256) aus manifest.json gilt für beide gleichermaßen.

Updates in der App und der Signierschlüssel

Seit September 2026 aktualisiert sich die Desktop-App per Klick im Menü des Infobereich-Symbols. Beim Start fragt sie GET /api-proxy/desktop/update und installiert ausschließlich Pakete, deren Signatur zu dem im Client hinterlegten öffentlichen Schlüssel passt – ein manipuliertes oder fremdes Paket wird abgelehnt, bevor irgendetwas installiert wird. Das ist die Vertrauensbasis der Update-Funktion, nicht die Prüfsumme im Manifest.

Der private Schlüssel liegt nicht im Repository. Er existiert an zwei Stellen:

  • als Gitea-Secrets TAURI_SIGNING_PRIVATE_KEY und TAURI_SIGNING_PRIVATE_KEY_PASSWORD (Repository → Einstellungen → Actions → Secrets); nur die beiden tauri build-Schritte des Jobs desktop sehen sie, die Skripte kennen den Schlüssel nicht;
  • als Sicherung auf dem Entwicklungsrechner unter ~/.tessera/desktop-updater/ (tessera-updater.key, password.txt und der öffentliche Teil tessera-updater.key.pub).

Sicherung: Legen Sie die beiden Dateien zusätzlich an einem zweiten sicheren Ort ab. Geht der private Schlüssel verloren, können bereits installierte Clients kein Update mehr annehmen: Es muss ein neues Schlüsselpaar erzeugt (pnpm --filter @tessera/desktop exec tauri signer generate -w <pfad>), der öffentliche Teil in apps/desktop/src-tauri/tauri.conf.json unter plugins.updater.pubkey eingetragen und jeder Client einmal von Hand neu installiert werden.

Ohne die Secrets bricht der CI-Bau ab („A public key has been found, but no private key"). tauri build --no-sign ist ausschließlich für lokale Proben gedacht und im CI nicht vorgesehen – ein so gebautes Paket trägt keine Signatur, und der Update-Endpunkt antwortet dafür mit 204.

Windows legt bei jedem Update einen Ordner %TEMP%\Tessera-{Version}-updater-… (rund 100 MB) an und räumt ihn nicht auf. Das ist kein Fehler; die Ordner können jederzeit gelöscht werden.

Der Client erlaubt Updates in der App nur über https. Anwender mit einer http-Adresse sehen im Menü den Hinweis „Update nur über https möglich" und nutzen weiterhin den Weg über den Browser.

Umgebungsvariablen

Für die Desktop-Auslieferung ist keine neue Pflichtvariable nötig.

Variable Pflicht? Default Zweck
DESKTOP_DIST_DIR nein /app/desktop-dist (im Abbild) Ablageort der Desktop-Pakete und der manifest.json, aus dem GET /desktop/latest und GET /desktop/download/:platform lesen. In der Regel nicht ändern.

Fehlerbilder

Symptom Wahrscheinliche Ursache Prüfen / Beheben
Download-Link fehlt auf der Anmeldeseite bzw. /api-proxy/desktop/latest liefert 404 Das laufende Abbild trägt keine Desktop-Pakete – der Job publish hätte ohne Manifest eigentlich abbrechen müssen Den zugehörigen Pipeline-Lauf prüfen (Job desktop/publish grün?), danach docker compose pull + up -d --force-recreate api erneut ausführen.
Download bricht bei großen Dateien ab Größengrenze oder Zeitlimit des vorgeschalteten Proxys (Nginx Proxy Manager) – client_max_body_size bzw. Timeout-Einstellungen Proxy-Konfiguration für die betroffene Adresse prüfen und die Grenze anheben.
Client meldet „Unter dieser Adresse antwortet kein Tessera-Server" Anwender hat die interne API-Adresse statt der Web-Adresse eingetragen, oder /api-proxy ist vom Client-Rechner aus nicht erreichbar Die im Anwenderhandbuch beschriebene Adresse verwenden (dieselbe wie im Browser); Netzwerk-/Firewall-Erreichbarkeit der Web-Adresse prüfen.
Windows zeigt die SmartScreen-Warnung Erwartet – die App ist für den internen Gebrauch nicht signiert (D-09) Kein Fehler; Anwenderhandbuch, Abschnitt „Installation unter Windows", beschreibt den Ablauf.
Beta-Paket nennt einen älteren Commit als das laufende Abbild (Dateiname -beta.<Commit>, Einstellungen → Desktop-App) Erwartet: Desktop-App seit diesem Commit unverändert, Pakete aus dem Zwischenspeicher übernommen (Abschnitt „Wann gebaut wird …") Kein Fehler. Soll dennoch neu gebaut werden, genügt eine Änderung unter apps/desktop/ im nächsten Push.
Client meldet „Update fehlgeschlagen" Download über den Proxy abgebrochen (Größengrenze/Zeitlimit, siehe zweite Zeile dieser Tabelle), oder die Signatur passt nicht – die Pakete stammen nicht aus dem CI-Bau mit dem aktuellen Schlüssel Kontrollzeile /api-proxy/desktop/update (Abschnitt „Wo die Pakete im Abbild liegen"), den Pipeline-Lauf und die Proxy-Einstellungen prüfen. Der Anwender kommt über den Browser-Weg weiter.
/api-proxy/desktop/update antwortet dauerhaft 204, obwohl Pakete da sind Manifest ohne signature/updateVersion: Pakete aus einem Bau vor der Update-Funktion oder mit --no-sign Eine Änderung unter apps/desktop/ pushen bzw. den Tag neu bauen lassen; im CI prüfen, dass die Secrets TAURI_SIGNING_PRIVATE_KEY/_PASSWORD gesetzt sind (Abschnitt „Updates in der App und der Signierschlüssel").
Eine Fehlermeldung aus der Desktop-App nennt als Herkunft „Desktop-App (unbekannt)“ ohne Version, Betreff-Kürzel [Desktop] Der Client ist älter als diese Fassung: er meldet dem Server beim Start nur desktop=1, nicht Version, Stand und Betriebssystem (Parameter dv, dc, dos, aus denen web das Cookie tessera_desktop_client bildet) Kein Fehler, die Meldung ist trotzdem als Desktop-App erkennbar. Client über „Auf Version … aktualisieren“ im Infobereich oder den Browser-Installer aktualisieren; danach stehen Betriebssystem, Version und Stand in der Meldung.
Beim Hochladen in „Dateien“ bricht jede größere Datei beim ersten 8-MB-Stück ab (Fehler „Die Verbindung wurde unterbrochen“, im Proxy-Protokoll 413) Der Proxy vor Tessera (Nginx Proxy Manager) lässt keine Anfragen über seiner Größengrenze durch (client_max_body_size), oder sein Zeitlimit ist zu kurz Für die Tessera-Adresse client_max_body_size auf mindestens 10m und die Lese-/Sendezeitlimits auf mindestens 120 Sekunden stellen (Kapitel 3, Abschnitt „Dateien (Nextcloud)“).
Im Zertifikatsmanager bricht das Hochladen mehrerer Dateien ab (Fehlertext „Die Dateien sind zusammen zu groß“ oder 413 im Proxy-Protokoll) Der Proxy vor Tessera (Nginx Proxy Manager) lässt Anfragen über seiner Größengrenze nicht durch (client_max_body_size); die Analyse schickt bis zu 10 MB Für die Tessera-Adresse client_max_body_size auf mindestens 10m stellen (Kapitel 3, Abschnitt „Dateien (Nextcloud)“); Tessera selbst erlaubt höchstens 20 MB je Analyse.
Im Zertifikatsmanager meldet „Fehlendes Zertifikat holen“, der Server des Ausstellers sei nicht erreichbar Der api-Container kommt ausgehend nicht per HTTP/HTTPS (Ports 80 und 443) ins Internet, oder der Server des Ausstellers antwortet nicht; steht die Meldung, die Adresse werde nicht abgerufen, zeigt die Adresse im Zertifikat auf einen internen Rechner oder einen besonderen Anschluss, was Tessera absichtlich nie abruft Ausgehenden Zugriff für den api-Container freigeben (docker compose exec api node -e "fetch('http://ye2.i.lencr.org/').then(r=>console.log(r.status))" muss 200 ausgeben); sonst das Zertifikat beim Aussteller herunterladen und im Reiter „Dateien“ hinzufügen.
In „Dateien“ tragen öffentliche Links eine interne Adresse (zum Beispiel ein interner Rechnername oder eine IP-Adresse) und lassen sich von außen nicht öffnen Die Nextcloud baut die Adresse eines Links aus dem Namen, unter dem Tessera sie aufruft; in Tessera ist die interne Adresse der Nextcloud eingetragen In den Einstellungen des Moduls die von außen erreichbare Adresse der Nextcloud eintragen, oder in der config.php der Nextcloud overwritehost, overwriteprotocol und overwrite.cli.url auf die externe Adresse setzen; bereits erstellte Links ändern sich nicht rückwirkend, sie müssen neu erstellt werden.
In „Dateien“ erscheint „Sie haben in kurzer Zeit viele Freigaben angelegt. Bitte warten Sie einige Minuten.“ Tessera hat für den Benutzer 10 neue Freigaben innerhalb von 10 Minuten angelegt oder mehr als 40 Versuche in 10 Minuten gezählt (auch abgelehnte) Einige Minuten abwarten (der Zähler läuft nach 10 Minuten ab); ein Neustart des api-Containers setzt den Zähler zurück, ist aber nur im Ausnahmefall nötig.