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tessera-ctl/docs/anleitung-entwicklung.md
T
schalli b62a905adb
Tessera CI/CD / Lint & Type Check (push) Successful in 46s
Tessera CI/CD / Tests (push) Successful in 52s
Tessera CI/CD / Build & Publish Images (push) Successful in 27s
docs(quick-260911-nke): Aktenstand kohaerent — Regelschluss Benutzerdimension, Nachtraege, Ledger
- Neuer Abschnitt "Regelschluss Benutzerdimension (Etappe 3b, 260911-nke)"
  in der Kritikschrift mit b1 (woertliche Werkzeugausgabe + pg_policies-Liste),
  b2 (Signaltabelle beide Fehlerrichtungen), b3 (NotFound-statt-Forbidden
  je Methode), b4/b5 (bewusst nicht geloest/angefasst). Zehn datierte
  Nachtraege an allen Stellen, die zuvor "keine Benutzerdimension" als
  Stand beschrieben (t1/t4/r4/w1/w4/k1/k4/f1/f4/Abschluss) — historische
  Messung bleibt lesbar.
- Klassifikation: drei Bestandsaufnahme-Zeilen (calendarSource,
  widgetInstance, favoriteLink) mit Zusatz "Benutzerdimension seit
  20260911120000 (260911-nke)"; neuer Punkt "Aufgelöst (260911-nke)" im
  Abschnitt "Was diese Etappe NICHT entscheidet"; neuer Stand-Absatz —
  Paarzahl (72) und Klassen-Verteilung bleiben unveraendert.
- Betriebsanleitung: `forTenant(prisma, tenantId, userId?)` und die zehn/
  vier-Tabellen-Aufteilung nachgezogen.
- Datenbankrolle: neuer Absatz zu `app.current_user`/`current_user_id()`
  neben `app.current_tenant`; SECURITY-DEFINER-Kopfkommentare unangetastet.
- Auftrag: 3b als erledigt markiert (Migrationsname, sechs statt drei
  Umkehrungen, Endzahlen); 3a/3c unveraendert.
- WINDOWS.md: neuer Eintrag #34 (open, deviation) fuer die bewusst offene
  Flanke — Aufrufer ohne userId sieht den ganzen Mandanten, kein Waechter
  gebaut.
- Baseline: 1020/62 Tests, Typpruefung sauber, Werkzeug 203/203 bestanden.
  Erlaubnisliste gegen 8829999 eingehalten, schema.prisma/Compose/.env/3a
  unveraendert.

Co-Authored-By: Claude Sonnet 5 <noreply@anthropic.com>
Claude-Session: https://claude.ai/code/session_01AMASaSxv5QMY7RncqZriRR
2026-09-11 17:47:14 +02:00

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Tessera — Anleitung für Entwickler

Diese Anleitung richtet sich an Entwicklerinnen und Entwickler, die neu zu Tessera stoßen. Sie kennen TypeScript, aber nichts von diesem Repository. Ziel ist, Sie von einem frischen Checkout bis zu einem eigenen, lauffähigen Modul zu bringen — alle Angaben sind aus dem tatsächlichen Code geprüft, nicht aus einer geplanten Architektur abgeleitet.

Inhaltsverzeichnis

  1. Aufbau des Monorepos
  2. Lokale Entwicklungsumgebung
  3. Architektur im Überblick
  4. Das Modulsystem
  5. Mandantentrennung
  6. Berechtigungen
  7. Datenbank und Migrationen
  8. Tests
  9. Konventionen und Fallstricke

Aufbau des Monorepos

Tessera ist ein pnpm-Workspace (pnpm-workspace.yaml), orchestriert über Turborepo (turbo.json). Der Paketmanager ist mit packageManager: "pnpm@9.15.0" in der Root-package.json fest verankert.

apps/
  api/       @tessera/api      — NestJS-Backend
  web/       @tessera/web      — Next.js-Frontend
  desktop/   —                 — Tauri-Wrapper, früher Stand (nur Cargo-Projekt + eine setup.html)
packages/
  shared/    @tessera/shared   — geteilte Konstanten/Typen, derzeit sehr klein (APP_NAME, HealthResponse)
  module-sdk/ —                — TypeScript-Interfaces für den Modul-Vertrag (TesseraModule, ModuleManifest)

apps/desktop besteht bislang nur aus dem Tauri-Grundgerüst (src-tauri/) und einer einzelnen setup.html — dort ist noch keine eigentliche Anwendung zu finden. packages/shared ist ebenfalls minimal; es enthält aktuell nur eine Konstante und ein Health-Interface, keine DTOs.

Root-Skripte (package.json, laufen über Turborepo durch alle Workspaces):

Skript Bedeutung
pnpm dev turbo dev — startet alle dev-Tasks (bei API/Web persistent, ungecached)
pnpm build turbo build
pnpm lint turbo lint
pnpm test turbo test
pnpm type-check turbo type-check

Linting/Formatierung laufen über Biome (biome.json, Zeilenlänge 100, 2 Spaces, organizeImports aktiv) — es gibt kein ESLint/Prettier im Projekt. Testrunner ist Vitest in beiden Apps (apps/api/vitest.config.ts, apps/web/vitest.config.ts); für apps/web läuft die jsdom-Umgebung mit @testing-library/react.

Lokale Entwicklungsumgebung

Voraussetzungen

  • Docker und Docker Compose
  • pnpm 9.x (packageManager in package.json pinnt pnpm@9.15.0)

Die produktiven Dockerfiles ziehen node:24-alpine — das ist die verbindliche Node-Version für Container-Builds.

Umgebungsvariablen

Kopieren Sie .env.example nach .env. Zwei Werte sind praxisrelevant:

  • DB_PASSWORD — Postgres-Passwort, Default in Compose ist tessera_dev, falls nicht gesetzt.
  • TESSERA_ENCRYPTION_KEY — verschlüsselt alle gespeicherten Zugangsdaten (LDAP-Bind, Kalender- und Postfach-Logins). Pflichtfeld, der Stack startet ohne diesen Wert nicht. Erzeugen mit openssl rand -hex 32. Geht der Wert verloren, sind alle gespeicherten Zugangsdaten unwiederbringlich — der Schlüssel gehört zu jedem Datenbank-Backup dazu, aber getrennt davon aufbewahrt.

Alle übrigen Variablen (JWT-Secret, SMTP für den lokalen mailhog, Admin-Zugangsdaten) haben in docker-compose.yml/docker-compose.dev.yml brauchbare Entwicklungs-Defaults.

Stack starten

docker compose -f docker-compose.yml -f docker-compose.dev.yml up --build

Das startet:

  • web — Next.js mit Turbopack (next dev --turbopack), Port 3000
  • api — NestJS mit Watch-Modus (nest start --watch), Port 3001
  • db — Postgres 16 (Alpine), ohne Host-Port
  • mailhog — SMTP-Testserver, UI auf 8025, SMTP auf 1025
  • openldap / phpldapadmin — für LDAP-Sync-Entwicklung, Ports 389/636 bzw. 6443

docker compose up ohne --build/--force-recreate baut bestehende Images nicht neu — nach Änderungen an Dockerfiles oder Dependencies muss --build explizit mitgegeben werden.

Datenbank vom Host erreichen (wichtig)

Der db-Service hat keinen Host-Port — docker-compose.yml exponiert für db bewusst nichts nach außen, nur die internen Container-Netze. Ein psql oder prisma-Aufruf vom Host kann sich also nicht über localhost:5432 verbinden. Stattdessen über die Container-IP:

docker compose ps                                   # Namen des db-Containers ermitteln
docker inspect <db-container-name> \
  | grep -A1 '"Networks"' | grep IPAddress            # Container-IP im internen Netz

Verbindung dann mit den Zugangsdaten aus Compose (tessera / tessera_dev im Dev-Setup):

postgresql://tessera:tessera_dev@<container-ip>:5432/tessera

Das ist relevant, sobald Sie prisma migrate dev, prisma studio oder ein manuelles psql vom Host aus statt aus dem api-Container heraus ausführen wollen.

Architektur im Überblick

Frontend (apps/web/src/app, Next.js App Router):

(auth)/       — /login, /reset-password — öffentliche Routen
(portal)/     — alles hinter Login: /admin, /marketplace, /modules, /settings, /change-password

Die Route-Groups (auth) und (portal) teilen sich kein gemeinsames Layout im URL-Pfad, tragen aber unterschiedliche Layout-Bäume. Innerhalb von (portal) liegt modules/[category]/[moduleSlug] als generische Route für beliebige Module sowie vier fest verdrahtete Modulverzeichnisse (cert-manager, dkv-fleet, domaincheck, tender-radar) mit eigenen layout.tsx-Dateien — Details dazu im Abschnitt Das Modulsystem.

Backend (apps/api/src, NestJS): ein Modul pro fachlicher Domäne (auth, user, tenant, groups, module-registry, domaincheck, dkv, cert-manager, tenders, calendar, dashboard, favorites, settings, ldap, mail, crypto, health, prisma). Jedes Domänen-Modul folgt dem NestJS-Muster *.module.ts / *.controller.ts / *.service.ts.

Weg einer Anfrage (Beispiel: eine Modulseite lädt Daten):

  1. Eine Server- oder Client-Komponente unter apps/web/src/app/(portal)/... ruft die API über fetch gegen NEXT_PUBLIC_API_URL (Browser) bzw. API_INTERNAL_URL (Server-Komponenten, zeigt intern auf http://api:3001) auf.
  2. Die Anfrage trifft in apps/api/src/main.ts auf die globale ValidationPipe und läuft dann durch die drei global registrierten APP_GUARDs aus app.module.ts, in genau dieser Reihenfolge: JwtAuthGuard (Auth) → TenantGuard (setzt req.tenantId aus dem JWT) → RolesGuard (prüft @Roles()).
  3. Trägt der Controller zusätzlich @UseModule('slug'), prüft anschließend ModuleGuard (apps/api/src/module-registry/module.guard.ts) Modulzugriff über ModuleAccessService.
  4. Der Controller ruft den zugehörigen Service auf, der über PrismaService (apps/api/src/prisma/prisma.service.ts) oder — für mandantensensible Tabellen — über einen dienst-intern per forTenant() gebundenen Client auf Postgres zugreift.
  5. Die Antwort geht als JSON zurück; das Frontend rendert sie in der jeweiligen Server- oder Client-Komponente.

Das Modulsystem

Module sind das zentrale Organisationsprinzip von Tessera: fachliche Werkzeuge (Domaincheck, Zertifikat-Manager, DKV-Rechnung, Ausschreibungs-Radar), die im Marktplatz erscheinen, pro Mandant aktiviert und dann einzelnen Gruppen oder Benutzern freigegeben werden.

Registrierung

Jedes Modul-Module (NestJS) seedet sich beim Start selbst in die Datenbanktabelle Module — über OnModuleInit und eine seed*Module()-Funktion, siehe apps/api/src/domaincheck/domaincheck.seed.ts:

await moduleRegistryService.seedModule({
  slug: 'domaincheck',
  name: 'Domaincheck',
  version: '1.0.0',
  category: 'domain-tools',
  description: { de: '...', en: '...' },
  isSystem: true,
});

ModuleRegistryService.seedModule (apps/api/src/module-registry/module-registry.service.ts) macht daraus ein Upsert auf slug — bei jedem API-Start wird der Registry-Eintrag aktualisiert, nicht dupliziert. Ein Modul erscheint im Marktplatz (GET /modules, GET /modules/catalog), sobald dieser Seed einmal gelaufen ist — unabhängig von der Mandanten-Aktivierung.

Zweistufiges Zugriffsmodell

Zugriff auf ein Modul besteht aus zwei unabhängigen Stufen:

  1. Mandanten-Aktivierung (TenantModuleActivation) — ein Admin schaltet das Modul für den gesamten Mandanten frei/aus (POST /modules/:moduleId/activate|deactivate, nur ADMIN/ SUPER_ADMIN). Ohne Aktivierung ist das Modul für niemanden im Mandanten erreichbar, auch nicht über einen Grant.
  2. Grant pro Gruppe oder Benutzer (ModuleGrant) — erst wenn das Modul aktiv ist, entscheidet ein Grant, wer es tatsächlich sieht. ModuleGrant trägt bewusst kein Rechtestufen-Feld, nur An/Aus (D-04 im Code-Kommentar des Schemas), und ist Gruppe oder Benutzer, nie beides.

Beide Stufen werden ausschließlich von einer einzigen Funktion aufgelöst: ModuleAccessService.getAccessibleModuleIds(tenantId, userId, role) (apps/api/src/module-registry/module-access.service.ts). ADMIN und SUPER_ADMIN umgehen die Grant-Prüfung und bekommen automatisch alle mandantenweit aktiven Module. Für die Rolle USER ist es die Vereinigungsmenge aus Direkt-Grants und Grants über Gruppenmitgliedschaft, geschnitten mit den aktiven Modulen des Mandanten. Diese eine Funktion versorgt drei Stellen — den ModuleGuard im Backend, GET /modules/active (Sidebar) und GET /modules/catalog (Marktplatz) — damit keine dieser Stellen unabhängig voneinander driften kann.

Vom Backend-Endpunkt zur Seite im Portal

Ein Modul-Controller schützt seine Routen mit dem @UseModule(slug)-Dekorator:

@Controller('modules/domaincheck')
@UseModule('domaincheck')
export class DomaincheckController { ... }

UseModule (apps/api/src/module-registry/module.guard.ts) setzt Metadaten und hängt ModuleGuard als CanActivate ein. Ohne diesen Dekorator gibt ModuleGuard bewusst true zurück — die Durchsetzung hängt vollständig am Dekorator, jeder neue Modul-Controller muss ihn tragen.

Im Frontend gibt es zwei Wege, wie eine Modulseite unter /modules/... erreichbar ist:

  • Generische Route apps/web/src/app/(portal)/modules/[category]/[moduleSlug]/page.tsx — für jedes Modul über [category]/[moduleSlug] erreichbar.
  • Vier fest verdrahtete Modulverzeichnisse: modules/cert-manager, modules/dkv-fleet, modules/domaincheck, modules/tender-radar — mit eigenen Unterrouten (z. B. dkv-fleet/vehicles, tender-radar/my-sources, */settings).

Beide Wege rendern denselben Baustein: die Server-Komponente ModuleAccessGate (apps/web/src/components/modules/module-access-gate.tsx). Sie ruft checkModuleAccess(moduleSlug) auf, was GET /modules/active mit dem Session-Cookie anfragt — dieselbe ModuleAccessService-Auflösung, die auch Sidebar und ModuleGuard benutzen. Nur bei explizit true werden die children gerendert; jeder andere Ausgang (verweigert, oder die Prüfung wirft einen Fehler) zeigt eine gemeinsame 403-Ansicht.

Bekannter Fallstrick (behoben, aber lehrreich): Ursprünglich saß dieser Zugriffs-Check nur in der generischen [category]/[moduleSlug]-Route. Die vier fest verdrahteten Modulverzeichnisse hatten keinen eigenen ModuleAccessGate und liefen an der Prüfung vorbei — ein direkter Aufruf von z. B. /modules/dkv-fleet umging die Freigabeprüfung vollständig, obwohl die generische Route korrekt geschützt war. Der Fix (Commit 74a30fb/5504931) gibt jedem der vier Modulverzeichnisse ein eigenes layout.tsx, das denselben ModuleAccessGate einbindet:

// apps/web/src/app/(portal)/modules/dkv-fleet/layout.tsx
export default function DkvFleetLayout({ children }: { children: ReactNode }) {
  return <ModuleAccessGate moduleSlug="dkv-fleet">{children}</ModuleAccessGate>;
}

Regel für neue Module: Ein neues fest verdrahtetes Modulverzeichnis unter modules/<slug>/ braucht immer ein eigenes layout.tsx mit ModuleAccessGate, genau wie sein Backend-Controller @UseModule('<slug>') braucht. Beide Prüfungen sind unabhängig voneinander — die eine ersetzt nicht die andere; das Frontend-Gate ist Komfort/UX (keine leere Seite ohne Erklärung), das Backend-Gate ist die tatsächliche Zugriffskontrolle.

Zusätzlich läuft im Frontend eine dritte, unabhängige Absicherung: ModuleShell (apps/web/src/app/(portal)/modules/[category]/[moduleSlug]/module-shell.tsx) lädt die Modul-Komponente nur, wenn ihr Slug in MODULE_REGISTRY (apps/web/src/lib/module-loader.ts) als lazy-geladenes dynamic()-Import gelistet ist — ein beliebiger Slug aus der URL löst sonst keinen Import aus.

So entsteht ein neues Modul — Walkthrough am Beispiel Domaincheck

Domaincheck ist das kleinste vorhandene Modul und eignet sich als Vorlage. Die realen Dateien:

Backend (apps/api/src/domaincheck/):

  1. domaincheck.service.ts — die eigentliche fachliche Logik.
  2. dto/check-domain.dto.ts — Validierung des Request-Body per class-validator.
  3. domaincheck.controller.ts — @Controller('modules/domaincheck') mit @UseModule('domaincheck') auf Klassenebene, ein @Post('check')-Handler.
  4. domaincheck.seed.ts — die seedDomaincheckModule()-Funktion mit dem Manifest (slug, name, version, category, description, isSystem).
  5. domaincheck.module.ts — bindet Controller/Service zusammen, importiert ModuleRegistryModule, ruft in onModuleInit() den Seed auf.
  6. Eintrag des neuen Moduls in apps/api/src/app.module.ts unter imports.

Frontend (apps/web/src/app/(portal)/modules/domaincheck/):

  1. page.tsx — die eigentliche Modulseite (Client-Komponente mit den Formular-/Ergebnis-Teilen).
  2. layout.tsx — ModuleAccessGate moduleSlug="domaincheck" um {children}.
  3. actions.ts — Server Actions, die die Backend-Route aufrufen.
  4. components/ — DomainInput.tsx, ResultList.tsx.
  5. Eintrag in MODULE_REGISTRY (apps/web/src/lib/module-loader.ts) mit dem dynamic()-Import auf page.tsx.
  6. Übersetzungsschlüssel in apps/web/src/messages/de.json und en.json (siehe Konventionen und Fallstricke).

Für ein Modul mit Unterrouten (Einstellungsseite, Verwaltungsansicht) orientieren Sie sich an dkv-fleet oder tender-radar — beide haben zusätzliche settings/page.tsx bzw. weitere Unterverzeichnisse, die vom selben layout.tsx mitgedeckt werden.

Mandantentrennung

Der tatsächliche Mechanismus ist TenantGuard (apps/api/src/tenant/tenant.guard.ts), global als APP_GUARD in app.module.ts registriert — er läuft nach JwtAuthGuard, weil req.user erst dann gesetzt ist. TenantGuard liest tenantId aus dem JWT-Claim des Anfragenden, erlaubt SUPER_ADMIN einen Wechsel per x-tenant-id-Header, und setzt anschließend AUSSCHLIESSLICH req.tenantId (260911-e2s). Die Bindung an den Mandanten geschieht dienst-intern, je Service-Methode neu, über das Bindungshilfsmittel forTenant() (apps/api/src/prisma/prisma-tenant.extension.ts), das vor jeder Query in einer Transaktion SELECT set_config('app.current_tenant', $1, true) ausführt — der Guard selbst erzeugt keinen Prisma-Client mehr und veröffentlicht keinen auf dem Anfrageobjekt.

Ein früherer Entwurf veröffentlichte zusätzlich einen gebundenen Prisma-Client auf dem Anfrageobjekt, dupliziert in einer gleichnamigen, nie in app.module.ts registrierten Express-Middleware mit identischer Logik — beides wurde mit 260911-e2s entfernt, nachdem eine Volltextsuche keinen Leser dieser Eigenschaft außerhalb der beiden Dateien fand.

app.current_tenant wird von Postgres Row-Level-Security ausgewertet. RLS-Policies liegen seit 20260909140000_rls_remaining_tenant_tables auf 23 Tabellen (4 aus 20260618112133_rls_policies, 3 aus 20260804130918_groups_rls_policies, 16 aus der _rls_remaining_tenant_tables-Migration selbst — grep -c "ENABLE ROW LEVEL SECURITY" über die drei Migrationen, zur Ausführungszeit nachzählen), darunter FavoriteLink und SmtpConfig. Ohne eigene tenantId-Spalte bzw. bewusst plattformweit bleiben Module, Tenant, Tender, TenderSource und TenderSourcePollConfig (siehe die Bestandsaufnahme in docs/mandantentrennung-zugriffsklassifikation.md, Klasse keine-mandantengebundene-tabelle, für die vollständige, maschinell geprüfte Liste — von dort ableiten, nicht raten).

Was ein Entwickler nie vergessen darf: jeder Zugriff auf eine mandantengebundene Tabelle läuft dienst-intern über einen mit forTenant() gebundenen Klienten tenantPrisma (apps/api/src/prisma/prisma-tenant.extension.ts) — forTenant(prisma, tenantId, userId?) trägt seit Migration 20260911120000_rls_user_dimension_personal_tables (Etappe 3b, 260911-nke) einen optionalen dritten Parameter: zehn persönliche Tabellen (CalendarSource, DashboardLayout, FavoriteLink, SearchProvider, TenderEmailConfig, TenderNotificationPref, TenderRssFeedSource, TenderSavedSearch, TenderTriage, WidgetInstance) tragen die Benutzerdimension in der Regel (current_user_id() IS NULL OR "userId" = current_user_id()), vier Tabellen mit userId-Spalte aber ohne persönliche Daten (GroupMembership, ModuleGrant, PasswordResetToken, TenderMatch) nicht. Nur Nutzer-CRUD-Aufrufer setzen userId; Hintergrunddienste und Verwaltungswege rufen weiterhin ohne ihn — das macht die IS NULL OR-Form fuer sie wirkungslos, keine Verschlechterung. Die zusätzlichen where-Filter über userId im Anwendungscode bleiben in JEDEM Fall bestehen — zweites Netz, kein Ersatz (siehe docs/mandantentrennung-etappe2-fehlerrichtung.md). Bei den Tabellen ohne eigene tenantId (oben) filtert die Anwendung stattdessen — wo relevant — über den zutreffenden Bezug (z. B. plattformweiter Katalog, kein Mandantenfilter nötig); siehe docs/mandantentrennung-zugriffsklassifikation.md für den vollständigen Stand je Datei/Modell. Bei den RLS-geschützten Tabellen greift die DB-seitige Absicherung zusätzlich, vorausgesetzt die Query läuft tatsächlich über einen dienst-intern per forTenant() gebundenen Client und nicht über den globalen, ungebundenen PrismaService.

Berechtigungen

Rollen kommen aus dem Prisma-enum Role { SUPER_ADMIN, ADMIN, USER } und stecken im JWT — nie aus Body oder Query-Parametern, sondern ausschließlich req.user.role. Rollenschutz auf Controller-Ebene läuft über zwei Dekoratoren (apps/api/src/auth/decorators/roles.decorator.ts, apps/api/src/auth/guards/roles.guard.ts):

@Roles(Role.ADMIN, Role.SUPER_ADMIN)

RolesGuard ist ebenfalls global als APP_GUARD registriert; ohne @Roles()-Metadaten lässt er jede Anfrage durch — die Einschränkung entsteht ausschließlich durch das explizite Setzen des Dekorators auf Handler oder Controller.

Für den Modulzugriff kommt das oben beschriebene Grant-Modell hinzu: Group (mandantenintern, optional an ein AD-Objekt über ldapDn/ldapObjectGuid gebunden), GroupMembership (Benutzer-zu-Gruppe, source: MANUAL | LDAP) und ModuleGrant (Gruppe oder Benutzer, XOR, kein Rechtestufen-Feld). Die Schreibseite dafür ist apps/api/src/groups/module-grants.controller.ts, ausschließlich für ADMIN/SUPER_ADMIN:

Route Zweck
GET /module-grants/matrix Module × Gruppen-Matrix bestehender Grants
GET /module-grants/users/:userId Gruppenmitgliedschaften + geerbte/direkte Modulzugriffe eines Benutzers
POST /module-grants Grant anlegen
DELETE /module-grants Grant entziehen (Ziel im Body, nicht im Pfad)

Datenbank und Migrationen

Prisma ist die einzige Zugriffsschicht (apps/api/prisma/schema.prisma, Provider postgresql). Der Workflow für eine Schemaänderung:

  1. schema.prisma anpassen.
  2. Migration erzeugen (im api-Container oder mit Zugriff auf die DB — siehe Datenbank vom Host erreichen):
    pnpm --filter @tessera/api exec prisma migrate dev --name <beschreibender-name>
    
  3. prisma generate läuft automatisch als postinstall-Skript von @tessera/api ("postinstall": "test -f prisma/schema.prisma && prisma generate || true"), muss also nach pnpm install nicht separat aufgerufen werden.

Migrationen laufen automatisch beim API-Start. Das produktive Dockerfile (apps/api/Dockerfile) setzt als CMD:

prisma migrate deploy --schema apps/api/prisma/schema.prisma && node apps/api/dist/main.js

Ein neu gestarteter api-Container wendet also jede noch ausstehende Migration selbst an, bevor die Anwendung überhaupt hochfährt — es gibt keinen separaten manuellen Migrationsschritt beim Deployment.

RLS-Policies werden nicht von Prisma selbst verwaltet, sondern als reines SQL innerhalb regulärer Migrationsdateien mitgeliefert (CREATE POLICY ... in migration.sql) — siehe Mandantentrennung für den aktuellen Stand, welche Tabellen das betrifft.

Tests

Beide Apps nutzen Vitest, aber mit unterschiedlicher Umgebung:

  • apps/api — environment: 'node', sucht src/**/*.spec.ts, passWithNoTests: true.
    pnpm --filter @tessera/api test        # einmalig
    pnpm --filter @tessera/api test:watch  # Watch-Modus
    
  • apps/web — environment: 'jsdom' mit @testing-library/react, setupFiles: ['./src/test/setup.ts'].
    pnpm --filter @tessera/web test
    

pnpm test im Root führt über Turborepo beide Suiten aus. Es gibt kein separates End-to-End-Test-Setup (kein Playwright-Config im Repository) — Tests sind Unit-/Integrationstests gegen Services, Controller-Logik und React-Komponenten. Guard-artige Spezifikationen wie module.guard.spec.ts oder die i18n-Wächter (siehe unten) sind das Vorbild für Regressionsschutz gegen bereits einmal aufgetretene Fehler — wiederkehrende Fallstricke werden in diesem Projekt durch einen Test abgesichert, nicht nur durch einen Kommentar.

Konventionen und Fallstricke

NestJS-Routenreihenfolge: NestJS matcht Routen in Deklarationsreihenfolge. Eine statische Route wie @Get('source-config') muss vor einem @Get(':id')-Platzhalter derselben Klasse stehen — sonst interpretiert der Platzhalter den literalen Pfadteil als id und "beschattet" die statische Route (404 auf die eigentlich vorhandene Route). Das betrifft ausschließlich denselben HTTP-Verb: ein GET :id kann niemals eine POST-Route beschatten. apps/api/src/tenders/tenders.controller.ts dokumentiert das an jeder betroffenen Stelle explizit im Kommentar (source-config, rss-feeds, email-config, coverage, denylisted-portals, triage, saved-searches, notification-pref — alle vor @Get(':id') deklariert) und module-grants.controller.ts hält matrix bewusst vor users/:userId. Unit-Tests fangen diesen Fehler nicht — sie rufen üblicherweise die Handler-Methode direkt auf, nicht den tatsächlichen Routing-Mechanismus. Bei jedem neuen @Get(':id')/@Put(':id')/@Delete(':id') in einem Controller mit weiteren statischen GET-Routen: statische Routen zuerst deklarieren.

i18n — Schlüsselparität zwischen de.json und en.json: Jeder benutzersichtbare Text gehört in beide Sprachdateien, apps/web/src/messages/de.json und apps/web/src/messages/en.json. Ein strukturelle Wächter-Test, apps/web/src/messages/tenderRadar-parity.spec.ts, prüft für den tenderRadar-Namensraum automatisiert, dass beide Dateien exakt denselben (rekursiv aufgeschlüsselten) Schlüsselsatz besitzen und jeder Blattwert eine nicht-leere Zeichenkette ist — ein Schlüssel, der nur in einer Sprache ergänzt wird, lässt den Test fehlschlagen. Zusätzlich prüft apps/web/src/messages/umlaut-guard.spec.ts ausschließlich das geparste JSON von de.json/en.json gegen ein Wörterbuch aus umlaut-dictionary.ts: keine ae/oe/ue/ss-Ersatzschreibweise („fuer“, „loeschen“) darf mehr vorkommen, außer sie steht auf einer Allowlist korrekter deutscher Wörter, die zufällig ae/oe/ue/ss enthalten (z. B. „Passwörter“, „ausschließen“). Beide Wächter lesen bewusst nur das geparste JSON, nie den Quellcode-Baum — ein repo-weiter Grep würde am Wörterbuch selbst scheitern, weil dessen Schlüssel notwendigerweise die falschen Schreibweisen enthalten.

Tailwind 4 — der dark:-Selektor muss explizit an .dark gebunden werden: Tailwind 4 bindet dark: standardmäßig an prefers-color-scheme, also an die Betriebssystem-Einstellung. Tessera schaltet den Modus aber über next-themes mit attribute="class" um — der Benutzer wählt hell/dunkel im Portal, unabhängig vom System. apps/web/src/app/globals.css bindet den Selektor deshalb explizit an die .dark-Klasse:

@custom-variant dark (&:where(.dark, .dark *));

Fehlt diese Zeile, schalten die Farbtoken unter .dark weiter unten in derselben Datei zwar korrekt um, aber jede einzelne dark:-Utility im Quellcode bleibt wirkungslos, sobald System- und Portal-Einstellung nicht zufällig übereinstimmen. Der Fehler fällt dabei nicht sofort auf, weil Hintergrund- und Textfarbe über die CSS-Variablen laufen, nicht über dark:-Utilities — die Oberfläche wird also grundsätzlich dunkel, nur Feinheiten (Status-, Warn- und Fehlerfarben, Hinweisboxen, Badges, wie im Projekt bereits an über 100 Stellen betroffen) bleiben falsch. Jede neue dark:-Utility-Klasse im Projekt setzt voraus, dass diese Zeile in globals.css unverändert bleibt.