WINDOWS #18/#20, Aufgabe 3: docs/mandantentrennung-zugriffsklassifikation.md haelt fuer jede der 227 this.prisma.*-Fundstellen (32 Dateien, zusammengefasst zu 59 Datei-Modell-Paaren) eine Klasse fest — muss-mandantengebunden (31), keine-mandantengebundene-tabelle (16), bewusst-uebergreifend (3, mit ausgeschriebenem Grund) oder beides (9, der Hintergrunddienst-Sonderfall: uebergreifend lesen, je Zeile mandantengebunden schreiben — betrifft ldap.service.ts, tender-digest.scheduler.ts, tender-matching.service.ts). rls-access-inventory.spec.ts ermittelt die Fundstellen bei jedem Testlauf neu aus dem Quelltext und vergleicht sie gegen die Tabelle im Dokument — Datei und Modellname als Schluessel, keine Zeilennummer. Scheitert nachweislich, sobald eine Fundstelle fehlt oder ein Eintrag verwaist (per Testlauf geprueft, danach zurueckgesetzt). Zwei belegte Befunde im Dokument festgehalten: req.tenantPrisma wird gesetzt, aber nirgends gelesen; WINDOWS #19 (nullbares tenantId bei SearchProvider/ TenderRssFeedSource) bleibt benannter Blocker fuer Etappe 3. docs/mandantentrennung-datenbankrolle.md verweist jetzt auf das neue Dokument und korrigiert die ueberholte Zahl 182 auf den nachgemessenen Stand (227/59). WINDOWS.md #18/#19 um Nachtrag auf diesen Plan ergaenzt; #20 (der in Aufgabe 1 gemessene und behobene forTenant()-Verbindungsdefekt) als "fixed" markiert. Deviation (Rule 3, blockierend fuer die Bestandsaufnahme-Pruefung): auth.service.ts-Kommentar umformuliert, der zuvor woertlich "this.prisma.user.findUnique" als erklaerenden Text enthielt und dadurch einen Eigentreffer der grep-basierten Inventur-Pruefung erzeugte. Co-Authored-By: Claude Opus 5 (1M context) <noreply@anthropic.com> Claude-Session: https://claude.ai/code/session_01FYZcd3SSmo14QTqWx2KKzU
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Tessera – Mandantentrennung auf Datenbankebene (WINDOWS #18)
Diese Anleitung richtet sich an dieselben Kolleg:innen wie das Betriebshandbuch und behandelt nur einen einzigen Punkt: die Datenbankrolle, mit der Tessera verbindet, und warum die bestehenden Sicherheitsregeln (Row-Level Security) heute keine Wirkung haben.
Inhaltsverzeichnis
- Der Befund
- Was bereits vorbereitet ist
- Der Sperrgrund — warum die Umstellung noch nicht erfolgt ist
- Die Umstellung, Schritt fuer Schritt
- Die Vorher-Pruefung
- Der Rueckweg
1. Der Befund
Tessera trennt die Daten mehrerer Mandanten auf zwei Ebenen: im Anwendungscode
(where: { tenantId }) und zusaetzlich auf Datenbankebene ueber PostgreSQL
Row-Level Security (RLS) — ein „zweites Sicherheitsnetz" fuer den Fall, dass
im Code einmal ein tenantId-Filter vergessen wird.
Dieses zweite Netz existiert seit Juni 2026 auf sieben Tabellen und wurde am
2026-09-09 mit einer wichtigen Einschraenkung nachgemessen: es greift
derzeit nicht. Die API verbindet laut docker-compose.yml als Rolle
tessera. Diese Rolle entsteht aus der Umgebungsvariable POSTGRES_USER und
ist damit automatisch Superuser des PostgreSQL-Clusters. PostgreSQL wendet
Row-Level Security auf Superuser-Rollen grundsaetzlich nicht an — auch nicht
auf Rollen mit dem Recht BYPASSRLS, das Superuser automatisch mitbringen.
Der Zusatz FORCE ROW LEVEL SECURITY in den bestehenden Migrationen aendert
daran nichts: er erzwingt Policies nur gegenueber dem Tabelleneigentuemer,
nicht gegenueber Rollen mit Umgehungsrecht — und die Rolle tessera ist
beides zugleich.
Praktisch nachgemessen am 2026-09-09: ein SELECT count(*) FROM "Group" ohne
gesetzten Mandantenkontext liefert zwei Zeilen, obwohl die vorhandene Policy
USING ("tenantId" = current_tenant_id()) bei fehlendem Kontext null Zeilen
liefern muesste. Die Isolation zwischen Mandanten haengt heute vollstaendig
am where-Filter im Anwendungscode — nicht an der Datenbank.
Dieser Befund ist als WINDOWS #18 im Fehler-Ledger festgehalten. Kein akutes Risiko, solange Tessera nur intern und einmandantig laeuft — aber zwingend zu beheben, bevor Tessera an einen zweiten, externen Mandanten geht.
2. Was bereits vorbereitet ist
Diese Aenderung liefert die vier Bausteine, die fuer eine wirksame Trennung noetig sind:
- Eine eigene Datenbankrolle
tessera_appohne Superuser- und ohne BYPASSRLS-Recht (Migration20260909130000_rls_app_role). - Getrennte Verbindungen fuer Migration und Laufzeit.
prisma migrate deploybraucht die Rechte des Tabelleneigentuemers, die Anwendung soll sie nicht haben —apps/api/scripts/migrate-and-start.shtrennt beide Schritte ueber die neue VariableTESSERA_MIGRATE_DATABASE_URL. - Ein Pruefwerkzeug, das den Nachweis fuehrt statt ihn zu behaupten:
apps/api/scripts/rls-preflight.mjsmisst gegen eine angegebene Verbindung Rollenrechte, Setzbarkeit des Mandantenkontexts, sichtbare Zeilen mit und ohne Kontext sowie vorhandene Zugriffsrechte. - Vollstaendige Policy-Abdeckung. Migration
20260909140000_rls_remaining_tenant_tablesergaenzt die bislang fehlenden 16 Tabellen; alle 20 Tabellen mittenantIdtragen jetzt eine Regel.
3. Der Sperrgrund — warum die Umstellung noch nicht erfolgt ist
Die Verbindung ist bewusst noch nicht umgestellt, und sie darf noch nicht umgestellt werden.
Nachgemessen und korrigiert am 2026-09-09 (260909-eor, Aufgabe 3): die
zuvor hier genannte Zahl 182 stammte aus einer groeberen Zaehlung vor dieser
Etappe und ist ueberholt. Die aktuelle, maschinell ermittelte und durch
apps/api/src/prisma/rls-access-inventory.spec.ts dauerhaft gepruefte
Bestandsaufnahme steht in
docs/mandantentrennung-zugriffsklassifikation.md: 227
this.prisma.*-Fundstellen in apps/api/src (ohne Tests), zusammengefasst zu
59 (Datei, Modell)-Paaren, davon 31 muss-mandantengebunden und 9
beides (Hintergrunddienst mit sowohl uebergreifendem Lesen als auch
mandantengebundenem Schreiben je Zeile) — zusammen der eigentliche
Arbeitsvorrat fuer die Umstellung. 16 Paare betreffen keine
mandantengebundene Tabelle (plattformweite Daten wie der Ausschreibungs- und
Modulkatalog, D-03) und 3 sind bewusst uebergreifend mit ausgeschriebenem
Grund. Zusaetzlich zu beachten: das entdeckte, aber in dieser Etappe nicht
behobene forTenant()-Verbindungsproblem (WINDOWS #20, siehe unten) und
WINDOWS #19 (nullbares tenantId bei SearchProvider/TenderRssFeedSource).
Darunter war bis Aufgabe 2 dieser Etappe auch der Anmeldeweg selbst, der
strukturell nicht anders funktionieren konnte: apps/api/src/auth/auth.service.ts
suchte den Benutzer anhand des Benutzernamens, bevor der Mandant bekannt
war. Das ist inzwischen geloest — drei enge SECURITY-DEFINER-Funktionen
(auth_lookup_user_by_username, auth_lookup_user_by_email,
auth_lookup_reset_token, Migration 20260909160000_auth_lookup_functions)
uebernehmen die drei pre-tenant Lesezugriffe, alle nachfolgenden
Schreibzugriffe laufen ueber forTenant().
Weiterhin betroffen sind Hintergrunddienste, die von Natur aus ohne
Mandantenkontext laufen: der AD-Abgleich, der Ausschreibungs-Digest, die
Ausschreibungs-Sofortmeldung und die Erstanlage des Administrators beim
ersten Start — Details und Begruendung je Fundstelle in
docs/mandantentrennung-zugriffsklassifikation.md.
Diese Stellen brauchen einen ausdruecklichen, benannten Systemkontext (oder
eine gezielte Umstellung auf forTenant()), bevor der Schalter umgelegt
werden darf. Das ist eigene Arbeit und nicht Teil dieser Aenderung
(Etappe 2/3 der Mandantentrennung). Ein gruener Bericht des Pruefwerkzeugs aus
Abschnitt 5 belegt ausschliesslich, dass die Datenbankseite stimmt — er sagt
nichts ueber diese Zugriffe aus.
Zusaetzlicher Sperrgrund, ebenfalls am 2026-09-09 gemessen (WINDOWS #20):
forTenant() selbst war bis Aufgabe 1 dieser Etappe defekt — set_config()
lief auf einer anderen Datenbankverbindung als die eigentliche Abfrage, sodass
selbst die 6 bisherigen forTenant()-Aufrufstellen (alle in
apps/api/src/ldap/ldap.service.ts sowie tenant.middleware.ts/
tenant.guard.ts) den Mandantenkontext nie tatsaechlich gesetzt haben. Das ist
inzwischen repariert (Array-Form von $transaction, prisma-tenant.extension.ts)
und durch apps/api/scripts/rls-scratch-check.mjs live nachgewiesen. Ohne
diese Reparatur waere jede Umstellung auf forTenant() in den folgenden
Etappen wirkungslos gewesen.
4. Die Umstellung, Schritt fuer Schritt
Erst durchfuehren, wenn Abschnitt 3 abgearbeitet ist. Reihenfolge einhalten — die Migration muss weiterhin als Tabelleneigentuemer laufen.
-
Kennwort der Rolle einmalig setzen, als Datenbank-Superuser:
ALTER ROLE tessera_app WITH PASSWORD '<hier ein starkes, generiertes Kennwort einsetzen>';Dieser Befehl gehoert in keine Datei und in kein Protokoll — er wird direkt an
psqluebergeben und danach aus der Shell-Historie entfernt. -
In der
.envdes ServersTESSERA_MIGRATE_DATABASE_URLauf die bisherige Verbindung (Rolletessera, Tabelleneigentuemer) setzen undDATABASE_URLauf die neue Rolletessera_appumbiegen — in dieser Reihenfolge, dennprisma migrate deploymuss weiterhin mit Eigentuemerrechten laufen, waehrend die Anwendung selbst die eingeschraenkte Rolle bekommt. -
Vor dem Neustart die Vorher-Pruefung aus Abschnitt 5 gegen die neue Rolle ausfuehren.
-
API-Dienst neu erstellen (
docker compose up -d --build --force-recreate api, siehe Betriebshandbuch Abschnitt 4).
5. Die Vorher-Pruefung
TESSERA_PREFLIGHT_DATABASE_URL="postgresql://tessera_app:<kennwort>@<host>:5432/tessera" \
node apps/api/scripts/rls-preflight.mjs
Das Werkzeug meldet fuenf Pruefungen: Rollenrechte, Setzbarkeit des Mandantenkontexts, keine sichtbaren Zeilen ohne Kontext, sichtbare Zeilen mit Kontext, vollstaendige Zugriffsrechte. Es veraendert nichts — es liest ausschliesslich.
Ein gruener Bericht ist die Freigabebedingung fuer Schritt 4 aus Abschnitt
4 — aber er ist keine Freigabe fuer die Umstellung insgesamt. Er bestaetigt
nur, dass die Datenbankseite stimmt. Die unskalierten Zugriffe aus Abschnitt 3
(siehe docs/mandantentrennung-zugriffsklassifikation.md fuer den aktuellen
Stand) misst er nicht und kann sie nicht messen — dafuer muesste er den
Anwendungscode lesen, nicht die Datenbank.
6. Der Rueckweg
Wenn die API nach einer Umstellung nicht mehr hochkommt:
Das sichtbare Bild: der api-Container bleibt ungesund (Healthcheck
schlaegt fehl), und das Protokoll (docker compose logs api) zeigt einen
Authentifizierungs- oder Rechtefehler von PostgreSQL — etwa eine
fehlgeschlagene Anmeldung oder eine verweigerte Berechtigung.
Weg zurueck, zwei Schritte:
DATABASE_URLin der.envwieder auf die bisherige Verbindung (Rolletessera) setzen.docker compose up -d --build --force-recreate apiausfuehren.
Die Rolle tessera_app darf dabei unangetastet bestehen bleiben — sie
schadet nicht, solange niemand mit ihr verbindet.
Wichtiger Hinweis fuer den Server: /opt/tessera/docker-compose.yml ist
keine Arbeitskopie dieses Repositorys. Aenderungen an docker-compose.yml
oder docker-compose.prod.yml in diesem Repository erreichen den Server
nicht automatisch. Wer TESSERA_MIGRATE_DATABASE_URL dort verfuegbar haben
will, traegt die Zeile selbst in /opt/tessera/docker-compose.yml ein
(vorher sichern) — genau wie es bereits fuer andere nachtraegliche
Variablen dokumentiert ist (Betriebshandbuch, Abschnitt zur
Server-Konfiguration).