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Mandantentrennung, Etappe 2 — Die Fehlerrichtung dreht sich um
Dieses Dokument gehört zusammen mit
docs/mandantentrennung-zugriffsklassifikation.md zur Vorbereitung der
Mandantentrennung auf Datenbankebene. Während die Klassifikation festhält,
welche Fundstelle umgestellt wird, hält dieses Dokument fest, woran
man merkt, wenn eine umgestellte Fundstelle nach dem Scharfschalten
(Etappe 4) zu wenig liefert. Es ist etappenbezogen und wird nicht laufend
nachgezogen wie die Bestandsaufnahme — es beschreibt den Bereich ldap zum
Zeitpunkt seiner Umstellung (Etappe 2, Quick-Task 260909-ipc).
(a) Die Leitfrage
Bis heute war der Fehlerfall einer Mandantentrennung "sieht zu viel": die
Rolle tessera läuft mit BYPASSRLS, jede Abfrage sieht alle Zeilen aller
Mandanten, unabhängig davon, ob sie an forTenant() gebunden ist oder nicht.
Ein vergessener forTenant()-Aufruf blieb bisher unsichtbar, weil die Policy
gar nicht griff.
Nach dem Scharfschalten (Etappe 4, wenn DATABASE_URL auf eine Rolle ohne
BYPASSRLS zeigt) kehrt sich das um. Jede Abfrage, die nicht gebunden
ist, sieht nicht mehr alle Zeilen, sondern keine — die Policy vergleicht
gegen current_tenant_id(), und ohne vorheriges set_config ist dieser Wert
NULL. NULL = "tenantId" ist in SQL nie wahr, auch wenn "tenantId"
selbst nicht NULL ist. Der Fehlerfall ist damit nicht mehr "ein
Administrator sieht die Konfiguration eines fremden Mandanten", sondern "der
Abgleich-Dienst sieht gar keine Konfiguration mehr, für niemanden, und tut
so, als sei nichts zu tun."
Diese Frage wird deshalb VOR der Umstellung gestellt, nicht erst beim Scharfschalten entdeckt: Woran würde ich merken, dass eine umgestellte Abfrage jetzt zu WENIG liefert statt zu viel?
(b) Die Messung
Task 1 dieses Plans hat apps/api/scripts/rls-scratch-check.mjs um einen
dritten Abschnitt erweitert, der exakt das im Bereich ldap verwendete
Muster (Tabellen LdapConfig/LdapFieldMapping, Policies wortgleich aus der
ausgelieferten Migration 20260618112133_rls_policies/migration.sql
herausgeschnitten) gegen eine Wegwerf-Datenbank unter einer Rolle ohne
BYPASSRLS prüft. Tatsächlich beobachtete Ausgabe dieses Laufs
(2026-09-09, gegen tessera-ctl-db-1, Adresse 172.19.0.2):
ldapconfig-gebunden-nur-eigene-zeile: bestanden — forTenant(TENANT-A) liefert 1 Zeile(n): ["TENANT-A"]
ldapconfig-ungebunden-null-zeilen: bestanden — ungebundener SELECT auf "LdapConfig" liefert 0 Zeile(n)
fieldmapping-folgt-join-auf-ldapconfig: bestanden — forTenant(TENANT-A) liefert 1 Feldzuordnung(en): ["cfg-a"]
fieldmapping-schreiben-eigene-konfiguration-erlaubt: bestanden — INSERT mit eigener ldapConfigId erfolgreich
fieldmapping-schreiben-fremde-konfiguration-abgelehnt: bestanden — INSERT mit fremder ldapConfigId abgewiesen: ERROR: new row violates row-level security policy for table "LdapFieldMapping"
Alle 13 Pruefungen bestanden.
Der Beleg, der diese Kritikschrift trägt, ist die Zeile
ldapconfig-ungebunden-null-zeilen: der IDENTISCHE SELECT "tenantId" FROM "LdapConfig" ohne vorheriges set_config liefert 0 Zeilen, nicht etwa
alle 2 vorhandenen. Das ist an der echten, ausgelieferten Policy gemessen,
nicht an einer im Werkzeug nachgebauten Hilfstabelle — die Fehlerrichtung
"sieht nichts" ist damit kein aus dem Code abgeleiteter Schluss, sondern eine
beobachtete Tatsache.
(c) Signaltabelle je umgestelltem Pfad des Bereichs ldap
| Pfad | Verhalten bei zu wenig Ergebnis | Konkretes Signal |
|---|---|---|
LdapConfigService.getConfig/createConfig/updateConfig |
forTenant() liefert für den anfragenden Mandanten 0 Zeilen statt der eigenen Konfiguration |
GET /ldap/config liefert null; die Admin-Oberfläche zeigt "keine Konfiguration" für einen Mandanten, der tatsächlich eine hat |
LdapConfigService.addFieldMapping/removeFieldMapping |
Schreiben/Lesen einer Feldzuordnung läuft gebunden leer statt auf die eigene Zuordnung | POST/DELETE /ldap/config/mappings scheitert mit 404 bzw. legt scheinbar nichts an, obwohl die Konfiguration existiert |
LdapService.listGroups/searchUsers (Markierung "bereits importiert") |
Die Markierungsabfrage liefert 0 vorhandene Konten/Gruppen statt der tatsächlich vorhandenen | Die Kennzeichnung "bereits importiert" in den Auswahllisten von Gruppen und Benutzern fehlt für Einträge, die tatsächlich schon importiert sind — ein zweiter Import würde eine Dublette anlegen (bzw. bei Gruppen an der eigenen ldapObjectGuid-Eindeutigkeit scheitern) |
LdapService.upsertMappedUser/importUsersByDn (Identitätssuche über ldapDn/username) |
Die Suche nach dem bestehenden Konto liefert 0 Treffer statt des vorhandenen Kontos | Der Abgleich-Bericht zählt das Konto unter created statt updated — sichtbar in den Zählern created/updated/deactivated des Sync-Berichts |
LdapService.syncUsersForTenant (Deaktivierungs-Kandidatenliste) |
Die Kandidatenliste liefert 0 lokale LDAP-Konten statt der tatsächlich vorhandenen | Der Zähler deactivated bleibt 0, obwohl ein Konto im Verzeichnis entfernt wurde — harmlose Richtung: es wird zu WENIG deaktiviert, nie zu viel |
LdapService.syncUsersForTenant (lastSyncAt-Fortschreibung) |
Das UPDATE trifft 0 Zeilen statt der eigenen Konfiguration |
Das Feld lastSyncAt der Konfiguration bleibt stehen, obwohl der Sync gerade lief — sichtbar in der Admin-Oberfläche als "nie synchronisiert" trotz laufendem Betrieb |
LdapService.importGroupsByDn (Idempotenzprüfung über ldapObjectGuid) |
Die Prüfung liefert 0 Treffer statt der bereits importierten Gruppe | Ein zweiter Import derselben AD-Gruppe würde eine Dublette anlegen, statt sie als "übersprungen" zu zählen — im gebundenen Zustand nicht mehr erreichbar, weil group.create an der eigenen ldapObjectGuid-Unique-Bedingung ohnehin scheitert |
LdapConfigScheduler (Planer, getAllActiveConfigs()) |
Der Planer liest 0 Konfigurationen statt aller aktiven Konfigurationen ALLER Mandanten | Die Protokollzeile "Starting LDAP sync for tenant ..." des Planers erscheint für KEINEN Mandanten mehr — siehe Abschnitt (d), Befund E |
(d) Welcher Code deutet Leere als Abwesenheit
Diese vier Stellen sind die still gefährlichsten Orte des Bereichs ldap,
weil sie ein zu kleines Datenbankergebnis nicht als Fehler, sondern als
gültigen Zustand ("nichts zu tun", "Objekt existiert nicht mehr")
interpretieren:
-
syncGroupMembershipsForTenant,deleteManymitnotIn— gefährlich, zerstörend. Liefert die Benutzerausfrage zu wenig (weil ungebunden nach dem Scharfschalten 0 Zeilen zurückkommen), entfernt der anschließendedeleteMany({ where: { NOT: { userId: { in: [...] } } } })-Aufruf ALLE LDAP-Mitgliedschaften der Gruppe, weil die Vergleichsliste leer ist und jede vorhandene Mitgliedschaft als "nicht mehr in der Liste" gilt. Dieser Pfad ist bereits gebunden (tenantPrismaseit Etappe 1, Zeile 1179 vor dieser Umstellung); die Gefahr besteht nur, falls diese Bindung jemals entfernt würde. -
Die Deaktivierungsschleife in
syncUsersForTenant— harmlose Richtung, trotzdem festgehalten. Liefert die Kandidatenliste (localLdapUsers) zu wenig, wird zu WENIG deaktiviert, nie zu viel: ein Konto, das eigentlich deaktiviert werden müsste, bleibt aktiv. Das ist unerwünscht, aber nicht destruktiv — es verliert keine Daten und sperrt niemanden fälschlich aus. -
Der Löschzweig in
syncBoundGroupsForTenant— die eigentliche Löschentscheidung fällt am VERZEICHNIS ("kein Treffer mehr fürobjectGUID"), nicht an der Datenbank; ein zu kleines Datenbankergebnis führt hier zu WENIGER Löschungen, nicht zu mehr. Gefährlich ist stattdessen die Übergabe unmittelbar davor:this.groupsService.reassignDefaultBeforeDelete(tenantId, group.id)undensureDefaultGroup(tenantId)liegen ingroups.service.tsund sind NICHT Teil dieser Umstellung. Nach dem Scharfschalten liefertreassignDefaultBeforeDeletestillfalse(kein Ersatzkandidat sichtbar), der Standard-Marker wandert nicht mit, und die Gruppe wird trotzdem gelöscht — der Mandant bleibt ohne Standardgruppe zurück (Befund D, siehe (e)). -
getAllActiveConfigs— die stillste Stelle im gesamten Bereich. Liefert diese Abfrage nach dem Scharfschalten 0 Zeilen (sie ist bewusst übergreifend und bleibt ungebunden, siehe (e)), stellt der LDAP-Abgleich für JEDEN Mandanten ohne Fehlermeldung, ohne Protokolleintrag und ohne sichtbare Änderung die Arbeit ein (Befund E). Eine Laufzeitwarnung bei "0 aktive Konfigurationen" wurde erwogen und VERWORFEN: der Planer läuft jede Minute, und auf einer frischen Installation ohne LDAP ist 0 der Normalfall — eine Warnung wäre Dauerlärm, der nach kurzer Zeit ignoriert wird und sein Signal verliert. Das Signal gehört deshalb hierhin und in die Vorabprüfung von Etappe 4 (rls-preflight.mjs), nicht in den Minutentakt des Planers.
(e) Was dieser Durchlauf bewusst nicht löst
-
Befund A —
resolveEmailForWritemuss übergreifend bleiben.emailundusernamesind inprisma/schema.prismaplattformweit eindeutig (@unique), nicht je Mandant. Würde diese Abfrage mitgebunden, sähe sie einen fremden Halter der Adresse nicht mehr, meldete "Adresse frei", und der anschließende Schreibvorgang liefe in die plattformweite Eindeutigkeitsbedingung der Datenbank — aus einer sauber berichteten Kollision (WINDOWS #15/T-Q3-01) würde ein P2002-Abbruch des gesamten Sync-Laufs. Nach dem Scharfschalten liefert diese ungebundene Abfrage IMMER "frei" (0 Zeilen unter jedem Mandantenkontext außer dem der Adresse selbst) — ein bekannter, hier bewusst offen gelassener Punkt. Die Lösung gehört nach Etappe 3, vermutlich als vierte SECURITY-DEFINER-Funktion nach dem Muster der drei Funktionen des Anmeldewegs (auth_lookup_user_by_username,auth_lookup_reset_token, plus die dritte aus Etappe 1). -
Befund D — die Standardgruppen-Übergabe an den Bereich
groups. Wie in (d.3) beschrieben, ist der Löschzweig selbst bereits gebunden, aber die Übergabe anreassignDefaultBeforeDelete/ensureDefaultGroupingroups.service.tsist es nicht. Das ist eine Reihenfolgebedingung für Etappe 4: der Bereichgroupsmuss umgestellt sein, bevor scharf geschaltet wird, sonst bleibt ein Mandant nach einer Gruppen-Löschung ohne Standardgruppe zurück.groupsist ohnehin als nächster Bereich der Etappe 2 vorgesehen.Nachtrag (260909-jts, Aufgabe 3): GESCHLOSSEN. Der Bereich
groupsist umgestellt —reassignDefaultBeforeDeleteundensureDefaultGrouplaufen seit Aufgabe 2 dieses Plans vollständig überforTenant()bzw.withTenantTransaction()(siehe Abschnitt "Bereich groups" unten unddocs/mandantentrennung-zugriffsklassifikation.md, Zeilegroups.service.ts/group, Standgebunden). Die Reihenfolgebedingung für Etappe 4 ist damit erfüllt. Der Befund oben bleibt unverändert stehen — er beschreibt korrekt den Zustand zum Zeitpunkt der ldap-Umstellung. -
Die offene Architekturfrage
req.tenantPrisma.tenant.middleware.tsundtenant.guard.tssetzenreq.tenantPrisma = forTenant(...), aber kein Controller liest diesen Wert je. Dieser Durchlauf entscheidet NICHT, ob Controller künftig darüber gehen sollten statt eines erneutenforTenant()-Aufrufs im Service — der Bereichldapbindet weiterhin dienst-intern, wie die vier Bestandsstellen inldap.service.tsund die drei inauth.service.tses vormachen. Die Frage bleibt für die übrigen Bereiche der Etappe 2 offen (siehedocs/mandantentrennung-zugriffsklassifikation.md, Abschnitt "Was diese Etappe NICHT entscheidet").
Bereich groups
Dieser Abschnitt erweitert die Kritikschrift um den Bereich groups
(Quick-Task 260909-jts) und beschreibt ihn zum Zeitpunkt seiner Umstellung.
Die Leitfrage aus Abschnitt (a) gilt unverändert weiter — dieser Abschnitt
beantwortet sie erneut, aber für einen Bereich, der die Berechtigungsschicht
selbst ist: Gruppenmitgliedschaft und Modulfreigaben entscheiden, wer welches
Modul sehen darf.
(g1) Die Messung
Aufgabe 1 hat apps/api/scripts/rls-scratch-check.mjs um einen vierten
Abschnitt (runGroupsAreaChecks) und eine eigene Transaktionsmessung
(runTransactionShapeMeasurement) erweitert, beide gegen die Wegwerf-Datenbank
unter der Rolle ohne BYPASSRLS, mit den vier Policies für Group,
GroupMembership, ModuleGrant (aus 20260804130918_groups_rls_policies)
und TenantModuleActivation (aus 20260909140000_rls_remaining_tenant_tables)
WORTGLEICH aus den ausgelieferten Migrationen extrahiert. Tatsächlich
beobachtete Ausgabe dieses Laufs (2026-09-09, gegen tessera-ctl-db-1,
Adresse 172.19.0.2):
group-gebunden-nur-eigene-zeile: bestanden — forTenant(TENANT-A) liefert 1 Zeile(n): ["TENANT-A"]
group-ungebunden-null-zeilen: bestanden — ungebundener SELECT auf "Group" liefert 0 Zeile(n)
groupmembership-folgt-join-auf-group: bestanden — forTenant(TENANT-A) liefert 1 Mitgliedschaft(en): ["group-a"]
groupmembership-schreiben-fremde-gruppe-abgelehnt: bestanden — INSERT mit fremder groupId abgewiesen: ERROR: new row violates row-level security policy for table "GroupMembership"
groupmembership-schreiben-fremder-benutzer-nicht-verhindert: bestanden — INSERT mit A-eigener Gruppe, aber einer Benutzerkennung, die es in A nicht gibt, ist GELUNGEN — die Policy auf GroupMembership prueft nur die Gruppenseite, nicht die Benutzerseite (Befund E)
modulegrant-gebunden-nur-eigene-zeile: bestanden — forTenant(TENANT-A) liefert 1 Zeile(n): ["TENANT-A"]
modulegrant-fremde-gruppe-trotz-eigener-mandantenkennung-erlaubt: bestanden — INSERT mit korrekter eigener tenantId, aber fremder groupId ist GELUNGEN — die Policy auf ModuleGrant prueft nur die Mandantenkennung der Zeile, nicht die referenzierte Gruppe (Befund F)
tenantmoduleactivation-gebunden-nur-eigene-zeile: bestanden — forTenant(TENANT-A) liefert 1 Zeile(n): ["TENANT-A"]
Die Belegzeile, die diesen Abschnitt trägt, ist group-ungebunden-null-zeilen:
der IDENTISCHE SELECT "tenantId" FROM "Group" ohne vorheriges set_config
liefert 0 Zeilen, nicht etwa die 2 tatsächlich vorhandenen — an der
echten, ausgelieferten Policy gemessen, nicht an einer im Werkzeug
nachgebauten Hilfstabelle.
Die Transaktionsmessung — namentliches Ergebnis. Drei Formen wurden
gegen einen Client beobachtet, der die Erweiterungsform aus
prisma-tenant.extension.ts wortgleich nachbaut, jeweils mit
pg_backend_pid() und current_tenant_id() in jeder Teilabfrage plus einem
echten Lesezugriff auf "Group":
[beobachtet] Form (i) — Array-Form auf gebundenem Client: {"step1":{"pid":276749,"t":"TENANT-A"},"step2":{"pid":276750,"t":"TENANT-A","rows":1}}
[beobachtet] Form (ii) — interaktive Callback-Form auf gebundenem Client: {"step1":{"pid":276752,"t":"TENANT-A"},"step2":{"pid":276752,"t":"TENANT-A","rows":1}}
[beobachtet] Form (iii) — interaktive Callback-Form auf ungebundenem Client (set_config auf tx): {"step1":{"pid":276753,"applied":"TENANT-A","t":"TENANT-A"},"step2":{"pid":276753,"t":"TENANT-A","rows":1}}
mindestens-eine-transaktionsform-traegt-den-mandantenkontext: bestanden — bestanden: [Form (ii) ; Form (iii)] — nicht bestanden: [Form (i)]
Form (i) (Array-Form auf dem gebundenen Client) versagt eindeutig: step1
lief auf Verbindung 276749, step2 auf Verbindung 276750 — zwei
verschiedene physische Verbindungen, obwohl beide Schritte denselben
Mandantenkontext lasen. Das bestätigt wortgetreu den Vorbehalt aus dem
Kopfkommentar von prisma-tenant.extension.ts: jede Modell-Operation eines
$transaction-Arrays auf dem gebundenen Client dispatcht durch
$allOperations und bekommt dadurch ihre EIGENE Ein-Element-Transaktion —
mehrere solche Operationen laufen auf mehreren Teiltransaktionen statt
einer gemeinsamen. In diesem konkreten Fall lieferte jede Teiltransaktion
zwar noch den korrekten Mandantenkontext (kein Datenleck), aber die
Atomarität der äußeren Transaktion ist nicht mehr gegeben — bei einem
Absturz zwischen den beiden Teiltransaktionen bliebe der Zustand
inkonsistent.
Form (ii) und Form (iii) bestanden beide die im Plan festgelegte Einzelmessung (gleiche Verbindungskennung, korrekter Kontext, korrekte Zeilenzahl). Über diese Einzelmessung hinaus wurde als zusätzliche, sicherheitsrelevante Sorgfaltsprüfung (nicht durch den Plan verlangt, aber durch die Tragweite dieses Bereichs geboten) beide Formen unter echter Nebenläufigkeit erneut gemessen — 40 parallele Aufrufe über EINEN gemeinsamen Client, alternierend TENANT-A/TENANT-B.
Diese Belastungsprobe lief zunächst gegen eine separate Experiment-Datenbank
und war damit nicht nachvollziehbar — eine Zahl, die eine Entscheidung
trug, ohne dass jemand sie hätte nachprüfen können. Genau das Anti-Muster,
das dieses Projekt sich selbst verboten hat. Sie ist deshalb als
runConcurrencyProbe in apps/api/scripts/rls-scratch-check.mjs
nachgereicht worden und läuft seither bei jedem Werkzeuglauf mit. Als
Verletzung zählt beides: ein Aufruf, der einen fremden oder gar keinen
Mandantenkontext sieht, und ein Aufruf, der abbricht.
Gemessen wird, nicht behauptet:
- Form (ii) bricht unter dieser Last ab, mit Fehlern der Familie
PrismaClientKnownRequestError: Transaction API error(CodeP2028). Ursache: jedetx.$queryRaw-Anweisung innerhalb der interaktiven Transaktion auf dem gebundenen Client löst selbst wieder eine VERSCHACHTELTE Array-Transaktion auf dem äußeren, ungebundenen Client aus (weil$allOperationsbei jedem Aufruf erneut feuert) — die äußere interaktive Transaktion UND jede innere Verschachtelung belegen gleichzeitig eine Verbindung aus demselben, endlichen Pool. Unter Last reicht der Pool nicht mehr aus. - Form (iii) besteht dieselbe Belastung ohne Verletzung — sie belegt pro Aufruf genau eine Verbindung, ohne Verschachtelung.
Die konkreten Zahlen eines einzelnen Laufs stehen bewusst NICHT in diesem Dokument, sondern fallen bei jeder Ausführung neu an; der Werkzeuglauf vom 2026-09-09 ergab 24 Verletzungen von 40 für Form (ii) und 0 von 40 für Form (iii). Geprüft wird nur die Eigenschaft, auf die sich der Code stützt — Form (iii) ohne Verletzung. Das Verhalten von Form (ii) läuft daneben als ausgedruckte Beobachtung mit und ist bewusst KEINE Bedingung für einen grünen Lauf: ab welcher Last sie bricht, hängt an Verbindungsvorrat und Maschine.
Das ist der entscheidende Befund für die Werkzeugentscheidung in Aufgabe 2:
obwohl Form (ii) die im Plan geforderte EINZELMESSUNG technisch besteht,
ist sie unter echter Nebenläufigkeit strukturell fragil und ein
Denial-of-Service-Risiko genau an der Stelle, die T-JTS-08 benennt (die
Startreparatur ruft ensureDefaultGroup für mehrere Mandanten auf). Form
(iii) ist die einzige der drei Formen, die sowohl die Einzelmessung als
auch die Belastungsprobe besteht — sie ist deshalb die Grundlage des neuen
Hilfsmittels withTenantTransaction in prisma-tenant.extension.ts.
(g2) Signaltabelle je umzustellendem Pfad
| Pfad | Verhalten bei zu wenig Ergebnis | Konkretes Signal, Ort |
|---|---|---|
GroupsService.listForTenant |
Liefert 0 Gruppen statt der tatsächlich vorhandenen | Die Gruppenliste in der Verwaltung ist leer (Mitgliederzahl je Zeile fehlt ganz, weil die Zeile fehlt) |
GroupsService.getImpact |
Liefert {memberCount:0, grantCount:0} statt der tatsächlichen Zahlen |
Der Löschdialog zeigt seine zwei Zahlen als 0/0 — der Administrator entscheidet über eine kaskadierende Löschung auf falscher Grundlage |
GroupsService.listMembers |
Liefert 0 Mitglieder statt der tatsächlich vorhandenen | Die Mitgliederliste im Gruppen-Detail ist leer |
ModuleGrantsService.getMatrix |
Liefert 0 Module und/oder 0 Gruppen statt der tatsächlich aktiven/vorhandenen | Die Freigabe-Matrix zeigt weder Modul- noch Gruppenachse vollständig — eine leere Zelle sieht identisch aus wie eine bewusst nicht erteilte Freigabe |
ModuleGrantsService.getUserAccess |
Liefert 0 Module bzw. 0 Gruppen statt der tatsächlichen | Das Benutzer-Detail zeigt für beide unabhängigen Antworten (Gruppenmitgliedschaften, Modulzugriff) fälschlich "keine" |
LdapService.syncBoundGroupsForTenant (Übergabe an reassignDefaultBeforeDelete/ensureDefaultGroup) |
Der Zähler defaultMarkerMoved im Abgleich-Bericht bleibt bei 0, obwohl tatsächlich verschoben wurde — oder eine Gruppe verliert ihre Standardmarkierung ersatzlos |
Der Abgleich-Bericht des Verzeichnis-Syncs (D-05/D-06) |
GroupsService.addUserToDefaultGroup |
Findet die Standardgruppe nicht (0 Zeilen statt der einen vorhandenen) und tut nichts | Ein frisch angelegter Benutzer sieht nach seiner ersten Anmeldung KEIN Modul (leere Modulkacheln) |
(g3) Welcher Code deutet Leere als Abwesenheit — Bereich groups
Ausgangspunkt ist Befund I aus der Planung, ergänzt um eine erneute Sichtung beider Dateien:
GroupsService.reassignDefaultBeforeDelete— zerstörend und still. Zwei getrennte Stellen liefernfalse: die Gruppe selbst ist nicht sichtbar (findFirstaufGroupliefert 0 Zeilen), oder es ist kein Ersatzkandidat sichtbar (beidefindFirst-Fallbacks liefern 0 Zeilen). Der Aufrufer im Verzeichnis-Sync (syncBoundGroupsForTenant) löscht die Gruppe danach in BEIDEN Fällen trotzdem, und die Löschung nimmt über die Kaskadenregeln aus 15-01 Mitgliedschaften und Modulfreigaben mit. Das ist Befund D aus der ldap-Kritik (Abschnitt (e) oben); ihn zu schließen ist ein Hauptzweck dieses Durchlaufs.GroupsService.ensureDefaultGroup— die einzige Stelle des Bereichs, an der zu wenig Lesen zu ZU VIEL Schreiben führt. Der Wächter ist UMGEKEHRT gepolt: null gelesene Gruppen (group.countliefert 0 statt der tatsächlichen Anzahl) heißt hier nicht "nichts zu tun", sondern "alles neu aufbauen". Bliebe der Zähler ungebunden, während der Schreibteil (die Transaktion) gebunden liefe, legte die Methode für einen Mandanten, der bereits Gruppen hat, eine ZWEITE Standardgruppe an, nähme ALLE seine Benutzer als Mitglieder auf und verteilte Freigaben für ALLE aktiven Module — eine stille Ausweitung von Berechtigungen, ausgelöst durch ein zu kleines Leseergebnis. Der partielle EindeutigkeitsindexGroup_one_default_per_tenantfängt einen Teil der Fälle ab (P2002 beimgroup.create, abgefangen und innullübersetzt) — aber nur, wenn der Mandant BEREITS eine markierte Standardgruppe hat. Einen Mandanten mit Gruppen, aber OHNE markierte Standardgruppe, fängt der Index nicht ab. Genau deshalb müssen Zähler und Transaktion GEMEINSAM gebunden werden, nie einzeln (T-JTS-05).GroupsService.getImpact— die Zahlen des Löschdialogs. Zwei Zählungen (groupMembership.count,moduleGrant.count) ohne Mandantenfilter, die bei Leere 0 und 0 melden. Der Administrator entscheidet auf dieser Grundlage über eine kaskadierende Löschung und bekommt "keine Mitglieder, keine Freigaben" für eine tatsächlich volle Gruppe angezeigt.GroupsService.addUserToDefaultGroup— stilles Zurückkehren ohne sichtbare Standardgruppe (group.findFirstliefert 0 Zeilen statt der einen vorhandenen). Jeder neu angelegte Benutzer landet dann in KEINER Gruppe und sieht nach seiner ersten Anmeldung kein einziges Modul. Nicht zerstörend, aber lautlos und in der Wirkung ein Berechtigungsverlust.
Gegenrichtung, ebenfalls festgehalten: ModuleGrantsService.grant (die
Aktivierungsprüfung: kein aktives TenantModuleActivation wirft
BadRequestException, statt still zu erteilen) und
ModuleGrantsService.assertTargetBelongsToTenant (die
Mandanten-Gegenprüfung: kein Treffer wirft NotFoundException) werfen bei
Leere LAUT und sind damit die harmlosen Stellen des Bereichs.
Entlastung, ausdrücklich am Frontend nachgesehen statt aus dem Backend
geschlossen: apps/web/src/app/(portal)/admin/modules/grants/page.tsx
schaltet die Freigabe-Matrix je Zelle einzeln (ein POST bzw. DELETE pro
Klick) — es gibt keinen Sammel-Speichern-Knopf, der einen Abgleich gegen den
gelesenen Zustand fährt. Ein zu kleines Leseergebnis führt dort also zu
einer leeren Anzeige, nicht zu einem Massen-Entzug. Das ist der Unterschied
zum deleteMany-mit-notIn des ldap-Bereichs.
(g4) Was dieser Durchlauf bewusst nicht löst
- Die offene Architekturfrage
req.tenantPrisma. Auch der Bereichgroupsentscheidet sie nicht — er bindet dienst-intern, wieldapundauth.service.tses vormachen. - Die Policies auf
GroupMembershipundModuleGrantprüfen jeweils nur eine Seite. Gemessen in (g1):GroupMembershipprüft ausschließlich die Gruppenseite (Befund E, T-JTS-02) — eine Mitgliedschaft mit einer Benutzerkennung, die es im Mandanten der Gruppe nicht gibt, verletzt die Policy NICHT.ModuleGrantprüft ausschließlich die Mandantenkennung der Zeile selbst (Befund F, T-JTS-03) — eine Freigabe mit korrekter eigener Mandantenkennung, aber einer fremden Gruppenkennung, verletzt die Policy ebenfalls NICHT. Die Anwendungsprüfungen (die Benutzerfilterung inaddUserToDefaultGroup,assertTargetBelongsToTenant) bleiben deshalb der primäre Schutz gegen diese beiden Formen der Rechteausweitung und werden durch diesen Durchlauf NICHT durch die Datenbank ersetzt.
(g5) Fortschreibung des ldap-Abschnitts
Der in Abschnitt (e) oben als offen geführte Befund D — die Übergabe der Standardgruppe vor einer Gruppenlöschung — wird durch diesen Durchlauf geschlossen. Der Vermerk selbst steht am Ende von Abschnitt (e), gesetzt in Aufgabe 3 dieses Plans, weil die Schließung erst zu diesem Zeitpunkt tatsächlich vorliegt.
Verweis
Die Bestandsaufnahme, welche Fundstelle den hier beschriebenen Übergang
bereits vollzogen hat (Stand-Spalte gebunden/ungebunden/gemischt),
steht in docs/mandantentrennung-zugriffsklassifikation.md.