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tessera-ctl/docs/mandantentrennung-etappe2-fehlerrichtung.md
T
schalli fd0b9f7d21 feat(jts-01): messen statt annehmen — groups-Policies und Transaktionsform vor jedem Dienstcode
rls-scratch-check.mjs bekommt einen vierten Abschnitt (Group/GroupMembership/
ModuleGrant/TenantModuleActivation, Policies woertlich aus den ausgelieferten
Migrationen) sowie eine eigene Messung, welche der drei Transaktionsformen
(Array auf gebundenem Client, interaktiv auf gebundenem Client, interaktiv auf
ungebundenem Client mit set_config auf tx) den Mandantenkontext tatsaechlich
auf derselben Verbindung traegt. Ergebnis: Form (i) versagt nachweisbar
(unterschiedliche pg_backend_pid() je Teilschritt); Form (ii) und (iii)
bestehen die Einzelmessung, aber eine zusaetzliche Lastprobe mit 40 parallelen
Aufrufen zeigt, dass Form (ii) unter echter Nebenlaeufigkeit mit P2028
(Transaction API error) abbricht, waehrend Form (iii) 0 Verletzungen zeigt.
Die Kritikschrift bekommt einen eigenen groups-Abschnitt mit den tatsaechlich
beobachteten Werten, der Signaltabelle je Pfad und der Liste der Stellen, die
Leere als Abwesenheit deuten (inkl. der einen Stelle, an der zu wenig Lesen zu
viel Schreiben ausloest). Kein Dienstcode angefasst; 719 Tests und die
Typpruefung bleiben gruen.

Co-Authored-By: Claude Sonnet 5 <noreply@anthropic.com>
Claude-Session: https://claude.ai/code/session_01AMASaSxv5QMY7RncqZriRR
2026-09-09 14:48:04 +02:00

356 lines
24 KiB
Markdown

# Mandantentrennung, Etappe 2 — Die Fehlerrichtung dreht sich um
Dieses Dokument gehört zusammen mit
`docs/mandantentrennung-zugriffsklassifikation.md` zur Vorbereitung der
Mandantentrennung auf Datenbankebene. Während die Klassifikation festhält,
**welche** Fundstelle umgestellt wird, hält dieses Dokument fest, **woran**
man merkt, wenn eine umgestellte Fundstelle nach dem Scharfschalten
(Etappe 4) zu wenig liefert. Es ist etappenbezogen und wird nicht laufend
nachgezogen wie die Bestandsaufnahme — es beschreibt den Bereich `ldap` zum
Zeitpunkt seiner Umstellung (Etappe 2, Quick-Task 260909-ipc).
## (a) Die Leitfrage
Bis heute war der Fehlerfall einer Mandantentrennung "sieht zu viel": die
Rolle `tessera` läuft mit `BYPASSRLS`, jede Abfrage sieht alle Zeilen aller
Mandanten, unabhängig davon, ob sie an `forTenant()` gebunden ist oder nicht.
Ein vergessener `forTenant()`-Aufruf blieb bisher unsichtbar, weil die Policy
gar nicht griff.
Nach dem Scharfschalten (Etappe 4, wenn `DATABASE_URL` auf eine Rolle ohne
`BYPASSRLS` zeigt) kehrt sich das um. Jede Abfrage, die **nicht** gebunden
ist, sieht nicht mehr alle Zeilen, sondern **keine** — die Policy vergleicht
gegen `current_tenant_id()`, und ohne vorheriges `set_config` ist dieser Wert
`NULL`. `NULL = "tenantId"` ist in SQL nie wahr, auch wenn `"tenantId"`
selbst nicht `NULL` ist. Der Fehlerfall ist damit nicht mehr "ein
Administrator sieht die Konfiguration eines fremden Mandanten", sondern "der
Abgleich-Dienst sieht gar keine Konfiguration mehr, für niemanden, und tut
so, als sei nichts zu tun."
Diese Frage wird deshalb VOR der Umstellung gestellt, nicht erst beim
Scharfschalten entdeckt: **Woran würde ich merken, dass eine umgestellte
Abfrage jetzt zu WENIG liefert statt zu viel?**
## (b) Die Messung
Task 1 dieses Plans hat `apps/api/scripts/rls-scratch-check.mjs` um einen
dritten Abschnitt erweitert, der exakt das im Bereich `ldap` verwendete
Muster (Tabellen `LdapConfig`/`LdapFieldMapping`, Policies wortgleich aus der
ausgelieferten Migration `20260618112133_rls_policies/migration.sql`
herausgeschnitten) gegen eine Wegwerf-Datenbank unter einer Rolle **ohne**
`BYPASSRLS` prüft. Tatsächlich beobachtete Ausgabe dieses Laufs
(2026-09-09, gegen `tessera-ctl-db-1`, Adresse `172.19.0.2`):
```
ldapconfig-gebunden-nur-eigene-zeile: bestanden — forTenant(TENANT-A) liefert 1 Zeile(n): ["TENANT-A"]
ldapconfig-ungebunden-null-zeilen: bestanden — ungebundener SELECT auf "LdapConfig" liefert 0 Zeile(n)
fieldmapping-folgt-join-auf-ldapconfig: bestanden — forTenant(TENANT-A) liefert 1 Feldzuordnung(en): ["cfg-a"]
fieldmapping-schreiben-eigene-konfiguration-erlaubt: bestanden — INSERT mit eigener ldapConfigId erfolgreich
fieldmapping-schreiben-fremde-konfiguration-abgelehnt: bestanden — INSERT mit fremder ldapConfigId abgewiesen: ERROR: new row violates row-level security policy for table "LdapFieldMapping"
Alle 13 Pruefungen bestanden.
```
Der Beleg, der diese Kritikschrift trägt, ist die Zeile
`ldapconfig-ungebunden-null-zeilen`: der IDENTISCHE `SELECT "tenantId" FROM
"LdapConfig"` ohne vorheriges `set_config` liefert **0 Zeilen**, nicht etwa
alle 2 vorhandenen. Das ist an der echten, ausgelieferten Policy gemessen,
nicht an einer im Werkzeug nachgebauten Hilfstabelle — die Fehlerrichtung
"sieht nichts" ist damit kein aus dem Code abgeleiteter Schluss, sondern eine
beobachtete Tatsache.
## (c) Signaltabelle je umgestelltem Pfad des Bereichs `ldap`
| Pfad | Verhalten bei zu wenig Ergebnis | Konkretes Signal |
|---|---|---|
| `LdapConfigService.getConfig/createConfig/updateConfig` | `forTenant()` liefert für den anfragenden Mandanten 0 Zeilen statt der eigenen Konfiguration | `GET /ldap/config` liefert `null`; die Admin-Oberfläche zeigt "keine Konfiguration" für einen Mandanten, der tatsächlich eine hat |
| `LdapConfigService.addFieldMapping/removeFieldMapping` | Schreiben/Lesen einer Feldzuordnung läuft gebunden leer statt auf die eigene Zuordnung | `POST`/`DELETE /ldap/config/mappings` scheitert mit 404 bzw. legt scheinbar nichts an, obwohl die Konfiguration existiert |
| `LdapService.listGroups`/`searchUsers` (Markierung "bereits importiert") | Die Markierungsabfrage liefert 0 vorhandene Konten/Gruppen statt der tatsächlich vorhandenen | Die Kennzeichnung "bereits importiert" in den Auswahllisten von Gruppen und Benutzern fehlt für Einträge, die tatsächlich schon importiert sind — ein zweiter Import würde eine Dublette anlegen (bzw. bei Gruppen an der eigenen `ldapObjectGuid`-Eindeutigkeit scheitern) |
| `LdapService.upsertMappedUser`/`importUsersByDn` (Identitätssuche über `ldapDn`/`username`) | Die Suche nach dem bestehenden Konto liefert 0 Treffer statt des vorhandenen Kontos | Der Abgleich-Bericht zählt das Konto unter `created` statt `updated` — sichtbar in den Zählern created/updated/deactivated des Sync-Berichts |
| `LdapService.syncUsersForTenant` (Deaktivierungs-Kandidatenliste) | Die Kandidatenliste liefert 0 lokale LDAP-Konten statt der tatsächlich vorhandenen | Der Zähler `deactivated` bleibt 0, obwohl ein Konto im Verzeichnis entfernt wurde — harmlose Richtung: es wird zu WENIG deaktiviert, nie zu viel |
| `LdapService.syncUsersForTenant` (`lastSyncAt`-Fortschreibung) | Das `UPDATE` trifft 0 Zeilen statt der eigenen Konfiguration | Das Feld `lastSyncAt` der Konfiguration bleibt stehen, obwohl der Sync gerade lief — sichtbar in der Admin-Oberfläche als "nie synchronisiert" trotz laufendem Betrieb |
| `LdapService.importGroupsByDn` (Idempotenzprüfung über `ldapObjectGuid`) | Die Prüfung liefert 0 Treffer statt der bereits importierten Gruppe | Ein zweiter Import derselben AD-Gruppe würde eine Dublette anlegen, statt sie als "übersprungen" zu zählen — im gebundenen Zustand nicht mehr erreichbar, weil `group.create` an der eigenen `ldapObjectGuid`-Unique-Bedingung ohnehin scheitert |
| `LdapConfigScheduler` (Planer, `getAllActiveConfigs()`) | Der Planer liest 0 Konfigurationen statt aller aktiven Konfigurationen ALLER Mandanten | Die Protokollzeile "Starting LDAP sync for tenant ..." des Planers erscheint für KEINEN Mandanten mehr — siehe Abschnitt (d), Befund E |
## (d) Welcher Code deutet Leere als Abwesenheit
Diese vier Stellen sind die still gefährlichsten Orte des Bereichs `ldap`,
weil sie ein zu kleines Datenbankergebnis nicht als Fehler, sondern als
gültigen Zustand ("nichts zu tun", "Objekt existiert nicht mehr")
interpretieren:
1. **`syncGroupMembershipsForTenant`, `deleteMany` mit `notIn`** — gefährlich,
zerstörend. Liefert die Benutzerausfrage zu wenig (weil ungebunden nach
dem Scharfschalten 0 Zeilen zurückkommen), entfernt der anschließende
`deleteMany({ where: { NOT: { userId: { in: [...] } } } })`-Aufruf ALLE
LDAP-Mitgliedschaften der Gruppe, weil die Vergleichsliste leer ist und
jede vorhandene Mitgliedschaft als "nicht mehr in der Liste" gilt. Dieser
Pfad ist bereits gebunden (`tenantPrisma` seit Etappe 1, Zeile 1179 vor
dieser Umstellung); die Gefahr besteht nur, falls diese Bindung jemals
entfernt würde.
2. **Die Deaktivierungsschleife in `syncUsersForTenant`** — harmlose
Richtung, trotzdem festgehalten. Liefert die Kandidatenliste
(`localLdapUsers`) zu wenig, wird zu WENIG deaktiviert, nie zu viel: ein
Konto, das eigentlich deaktiviert werden müsste, bleibt aktiv. Das ist
unerwünscht, aber nicht destruktiv — es verliert keine Daten und sperrt
niemanden fälschlich aus.
3. **Der Löschzweig in `syncBoundGroupsForTenant`** — die eigentliche
Löschentscheidung fällt am VERZEICHNIS ("kein Treffer mehr für
`objectGUID`"), nicht an der Datenbank; ein zu kleines Datenbankergebnis
führt hier zu WENIGER Löschungen, nicht zu mehr. Gefährlich ist
stattdessen die Übergabe unmittelbar davor:
`this.groupsService.reassignDefaultBeforeDelete(tenantId, group.id)` und
`ensureDefaultGroup(tenantId)` liegen in `groups.service.ts` und sind
NICHT Teil dieser Umstellung. Nach dem Scharfschalten liefert
`reassignDefaultBeforeDelete` still `false` (kein Ersatzkandidat
sichtbar), der Standard-Marker wandert nicht mit, und die Gruppe wird
trotzdem gelöscht — der Mandant bleibt ohne Standardgruppe zurück
(Befund D, siehe (e)).
4. **`getAllActiveConfigs`** — die stillste Stelle im gesamten Bereich.
Liefert diese Abfrage nach dem Scharfschalten 0 Zeilen (sie ist bewusst
übergreifend und bleibt ungebunden, siehe (e)), stellt der LDAP-Abgleich
für JEDEN Mandanten ohne Fehlermeldung, ohne Protokolleintrag und ohne
sichtbare Änderung die Arbeit ein (Befund E). Eine Laufzeitwarnung bei
"0 aktive Konfigurationen" wurde erwogen und VERWORFEN: der Planer läuft
jede Minute, und auf einer frischen Installation ohne LDAP ist 0 der
Normalfall — eine Warnung wäre Dauerlärm, der nach kurzer Zeit ignoriert
wird und sein Signal verliert. Das Signal gehört deshalb hierhin und in
die Vorabprüfung von Etappe 4 (`rls-preflight.mjs`), nicht in den
Minutentakt des Planers.
## (e) Was dieser Durchlauf bewusst nicht löst
- **Befund A — `resolveEmailForWrite` muss übergreifend bleiben.** `email`
und `username` sind in `prisma/schema.prisma` plattformweit eindeutig
(`@unique`), nicht je Mandant. Würde diese Abfrage mitgebunden, sähe sie
einen fremden Halter der Adresse nicht mehr, meldete "Adresse frei", und
der anschließende Schreibvorgang liefe in die plattformweite
Eindeutigkeitsbedingung der Datenbank — aus einer sauber berichteten
Kollision (WINDOWS #15/T-Q3-01) würde ein P2002-Abbruch des gesamten
Sync-Laufs. Nach dem Scharfschalten liefert diese ungebundene Abfrage
IMMER "frei" (0 Zeilen unter jedem Mandantenkontext außer dem der
Adresse selbst) — ein bekannter, hier bewusst offen gelassener Punkt.
Die Lösung gehört nach Etappe 3, vermutlich als vierte
SECURITY-DEFINER-Funktion nach dem Muster der drei Funktionen des
Anmeldewegs (`auth_lookup_user_by_username`,
`auth_lookup_reset_token`, plus die dritte aus Etappe 1).
- **Befund D — die Standardgruppen-Übergabe an den Bereich `groups`.** Wie
in (d.3) beschrieben, ist der Löschzweig selbst bereits gebunden, aber
die Übergabe an `reassignDefaultBeforeDelete`/`ensureDefaultGroup` in
`groups.service.ts` ist es nicht. Das ist eine Reihenfolgebedingung für
Etappe 4: der Bereich `groups` muss umgestellt sein, bevor scharf
geschaltet wird, sonst bleibt ein Mandant nach einer Gruppen-Löschung
ohne Standardgruppe zurück. `groups` ist ohnehin als nächster Bereich der
Etappe 2 vorgesehen.
- **Die offene Architekturfrage `req.tenantPrisma`.** `tenant.middleware.ts`
und `tenant.guard.ts` setzen `req.tenantPrisma = forTenant(...)`, aber
kein Controller liest diesen Wert je. Dieser Durchlauf entscheidet NICHT,
ob Controller künftig darüber gehen sollten statt eines erneuten
`forTenant()`-Aufrufs im Service — der Bereich `ldap` bindet weiterhin
dienst-intern, wie die vier Bestandsstellen in `ldap.service.ts` und die
drei in `auth.service.ts` es vormachen. Die Frage bleibt für die übrigen
Bereiche der Etappe 2 offen (siehe
`docs/mandantentrennung-zugriffsklassifikation.md`, Abschnitt "Was diese
Etappe NICHT entscheidet").
## Bereich groups
Dieser Abschnitt erweitert die Kritikschrift um den Bereich `groups`
(Quick-Task 260909-jts) und beschreibt ihn zum Zeitpunkt seiner Umstellung.
Die Leitfrage aus Abschnitt (a) gilt unverändert weiter — dieser Abschnitt
beantwortet sie erneut, aber für einen Bereich, der die Berechtigungsschicht
selbst ist: Gruppenmitgliedschaft und Modulfreigaben entscheiden, wer welches
Modul sehen darf.
### (g1) Die Messung
Aufgabe 1 hat `apps/api/scripts/rls-scratch-check.mjs` um einen vierten
Abschnitt (`runGroupsAreaChecks`) und eine eigene Transaktionsmessung
(`runTransactionShapeMeasurement`) erweitert, beide gegen die Wegwerf-Datenbank
unter der Rolle ohne `BYPASSRLS`, mit den vier Policies für `Group`,
`GroupMembership`, `ModuleGrant` (aus `20260804130918_groups_rls_policies`)
und `TenantModuleActivation` (aus `20260909140000_rls_remaining_tenant_tables`)
WORTGLEICH aus den ausgelieferten Migrationen extrahiert. Tatsächlich
beobachtete Ausgabe dieses Laufs (2026-09-09, gegen `tessera-ctl-db-1`,
Adresse `172.19.0.2`):
```
group-gebunden-nur-eigene-zeile: bestanden — forTenant(TENANT-A) liefert 1 Zeile(n): ["TENANT-A"]
group-ungebunden-null-zeilen: bestanden — ungebundener SELECT auf "Group" liefert 0 Zeile(n)
groupmembership-folgt-join-auf-group: bestanden — forTenant(TENANT-A) liefert 1 Mitgliedschaft(en): ["group-a"]
groupmembership-schreiben-fremde-gruppe-abgelehnt: bestanden — INSERT mit fremder groupId abgewiesen: ERROR: new row violates row-level security policy for table "GroupMembership"
groupmembership-schreiben-fremder-benutzer-nicht-verhindert: bestanden — INSERT mit A-eigener Gruppe, aber einer Benutzerkennung, die es in A nicht gibt, ist GELUNGEN — die Policy auf GroupMembership prueft nur die Gruppenseite, nicht die Benutzerseite (Befund E)
modulegrant-gebunden-nur-eigene-zeile: bestanden — forTenant(TENANT-A) liefert 1 Zeile(n): ["TENANT-A"]
modulegrant-fremde-gruppe-trotz-eigener-mandantenkennung-erlaubt: bestanden — INSERT mit korrekter eigener tenantId, aber fremder groupId ist GELUNGEN — die Policy auf ModuleGrant prueft nur die Mandantenkennung der Zeile, nicht die referenzierte Gruppe (Befund F)
tenantmoduleactivation-gebunden-nur-eigene-zeile: bestanden — forTenant(TENANT-A) liefert 1 Zeile(n): ["TENANT-A"]
```
Die Belegzeile, die diesen Abschnitt trägt, ist `group-ungebunden-null-zeilen`:
der IDENTISCHE `SELECT "tenantId" FROM "Group"` ohne vorheriges `set_config`
liefert **0 Zeilen**, nicht etwa die 2 tatsächlich vorhandenen — an der
echten, ausgelieferten Policy gemessen, nicht an einer im Werkzeug
nachgebauten Hilfstabelle.
**Die Transaktionsmessung — namentliches Ergebnis.** Drei Formen wurden
gegen einen Client beobachtet, der die Erweiterungsform aus
`prisma-tenant.extension.ts` wortgleich nachbaut, jeweils mit
`pg_backend_pid()` und `current_tenant_id()` in jeder Teilabfrage plus einem
echten Lesezugriff auf `"Group"`:
```
[beobachtet] Form (i) — Array-Form auf gebundenem Client: {"step1":{"pid":276749,"t":"TENANT-A"},"step2":{"pid":276750,"t":"TENANT-A","rows":1}}
[beobachtet] Form (ii) — interaktive Callback-Form auf gebundenem Client: {"step1":{"pid":276752,"t":"TENANT-A"},"step2":{"pid":276752,"t":"TENANT-A","rows":1}}
[beobachtet] Form (iii) — interaktive Callback-Form auf ungebundenem Client (set_config auf tx): {"step1":{"pid":276753,"applied":"TENANT-A","t":"TENANT-A"},"step2":{"pid":276753,"t":"TENANT-A","rows":1}}
mindestens-eine-transaktionsform-traegt-den-mandantenkontext: bestanden — bestanden: [Form (ii) ; Form (iii)] — nicht bestanden: [Form (i)]
```
Form (i) (Array-Form auf dem gebundenen Client) versagt eindeutig: `step1`
lief auf Verbindung 276749, `step2` auf Verbindung 276750 — zwei
verschiedene physische Verbindungen, obwohl beide Schritte denselben
Mandantenkontext lasen. Das bestätigt wortgetreu den Vorbehalt aus dem
Kopfkommentar von `prisma-tenant.extension.ts`: jede Modell-Operation eines
`$transaction`-Arrays auf dem gebundenen Client dispatcht durch
`$allOperations` und bekommt dadurch ihre EIGENE Ein-Element-Transaktion —
mehrere solche Operationen laufen auf mehreren Teiltransaktionen statt
einer gemeinsamen. In diesem konkreten Fall lieferte jede Teiltransaktion
zwar noch den korrekten Mandantenkontext (kein Datenleck), aber die
Atomarität der äußeren Transaktion ist nicht mehr gegeben — bei einem
Absturz zwischen den beiden Teiltransaktionen bliebe der Zustand
inkonsistent.
Form (ii) und Form (iii) bestanden beide die im Plan festgelegte
Einzelmessung (gleiche Verbindungskennung, korrekter Kontext, korrekte
Zeilenzahl). Über diese Einzelmessung hinaus wurde als zusätzliche,
sicherheitsrelevante Sorgfaltsprüfung (nicht durch den Plan verlangt, aber
durch die Tragweite dieses Bereichs geboten) beide Formen unter echter
Nebenläufigkeit erneut gemessen — 40 parallele Aufrufe, alternierend
TENANT-A/TENANT-B, gegen eine separate Experiment-Datenbank mit derselben
Struktur:
- **Form (ii)** brach unter dieser Last mit
`PrismaClientKnownRequestError: Transaction API error: Unable to start a
transaction in the given time.` (Code `P2028`) ab. Ursache: jede
`tx.$queryRaw`-Anweisung innerhalb der interaktiven Transaktion auf dem
gebundenen Client löst selbst wieder eine VERSCHACHTELTE
Array-Transaktion auf dem äußeren, ungebundenen Client aus (weil
`$allOperations` bei jedem Aufruf erneut feuert) — die äußere
interaktive Transaktion UND jede innere Verschachtelung belegen
gleichzeitig eine Verbindung aus demselben, endlichen Pool. Unter Last
reicht der Pool nicht mehr aus.
- **Form (iii)** bestand dieselbe Belastung mit 0 Verletzungen unter 40
parallelen Aufrufen — sie belegt pro Aufruf genau eine Verbindung, ohne
Verschachtelung.
Das ist der entscheidende Befund für die Werkzeugentscheidung in Aufgabe 2:
obwohl Form (ii) die im Plan geforderte EINZELMESSUNG technisch besteht,
ist sie unter echter Nebenläufigkeit strukturell fragil und ein
Denial-of-Service-Risiko genau an der Stelle, die T-JTS-08 benennt (die
Startreparatur ruft `ensureDefaultGroup` für mehrere Mandanten auf). Form
(iii) ist die einzige der drei Formen, die sowohl die Einzelmessung als
auch die Belastungsprobe besteht — sie ist deshalb die Grundlage des neuen
Hilfsmittels `withTenantTransaction` in `prisma-tenant.extension.ts`.
### (g2) Signaltabelle je umzustellendem Pfad
| Pfad | Verhalten bei zu wenig Ergebnis | Konkretes Signal, Ort |
|---|---|---|
| `GroupsService.listForTenant` | Liefert 0 Gruppen statt der tatsächlich vorhandenen | Die Gruppenliste in der Verwaltung ist leer (Mitgliederzahl je Zeile fehlt ganz, weil die Zeile fehlt) |
| `GroupsService.getImpact` | Liefert `{memberCount:0, grantCount:0}` statt der tatsächlichen Zahlen | Der Löschdialog zeigt seine zwei Zahlen als 0/0 — der Administrator entscheidet über eine kaskadierende Löschung auf falscher Grundlage |
| `GroupsService.listMembers` | Liefert 0 Mitglieder statt der tatsächlich vorhandenen | Die Mitgliederliste im Gruppen-Detail ist leer |
| `ModuleGrantsService.getMatrix` | Liefert 0 Module und/oder 0 Gruppen statt der tatsächlich aktiven/vorhandenen | Die Freigabe-Matrix zeigt weder Modul- noch Gruppenachse vollständig — eine leere Zelle sieht identisch aus wie eine bewusst nicht erteilte Freigabe |
| `ModuleGrantsService.getUserAccess` | Liefert 0 Module bzw. 0 Gruppen statt der tatsächlichen | Das Benutzer-Detail zeigt für beide unabhängigen Antworten (Gruppenmitgliedschaften, Modulzugriff) fälschlich "keine" |
| `LdapService.syncBoundGroupsForTenant` (Übergabe an `reassignDefaultBeforeDelete`/`ensureDefaultGroup`) | Der Zähler `defaultMarkerMoved` im Abgleich-Bericht bleibt bei 0, obwohl tatsächlich verschoben wurde — oder eine Gruppe verliert ihre Standardmarkierung ersatzlos | Der Abgleich-Bericht des Verzeichnis-Syncs (D-05/D-06) |
| `GroupsService.addUserToDefaultGroup` | Findet die Standardgruppe nicht (0 Zeilen statt der einen vorhandenen) und tut nichts | Ein frisch angelegter Benutzer sieht nach seiner ersten Anmeldung KEIN Modul (leere Modulkacheln) |
### (g3) Welcher Code deutet Leere als Abwesenheit — Bereich groups
Ausgangspunkt ist Befund I aus der Planung, ergänzt um eine erneute Sichtung
beider Dateien:
- **`GroupsService.reassignDefaultBeforeDelete`** — zerstörend und still.
Zwei getrennte Stellen liefern `false`: die Gruppe selbst ist nicht
sichtbar (`findFirst` auf `Group` liefert 0 Zeilen), oder es ist kein
Ersatzkandidat sichtbar (beide `findFirst`-Fallbacks liefern 0 Zeilen).
Der Aufrufer im Verzeichnis-Sync (`syncBoundGroupsForTenant`) löscht die
Gruppe danach in BEIDEN Fällen trotzdem, und die Löschung nimmt über die
Kaskadenregeln aus 15-01 Mitgliedschaften und Modulfreigaben mit. Das ist
Befund D aus der ldap-Kritik (Abschnitt (e) oben); ihn zu schließen ist
ein Hauptzweck dieses Durchlaufs.
- **`GroupsService.ensureDefaultGroup`** — die einzige Stelle des Bereichs,
an der zu wenig Lesen zu ZU VIEL Schreiben führt. Der Wächter ist
UMGEKEHRT gepolt: null gelesene Gruppen (`group.count` liefert 0 statt
der tatsächlichen Anzahl) heißt hier nicht "nichts zu tun", sondern
"alles neu aufbauen". Bliebe der Zähler ungebunden, während der
Schreibteil (die Transaktion) gebunden liefe, legte die Methode für einen
Mandanten, der bereits Gruppen hat, eine ZWEITE Standardgruppe an, nähme
ALLE seine Benutzer als Mitglieder auf und verteilte Freigaben für ALLE
aktiven Module — eine stille Ausweitung von Berechtigungen, ausgelöst
durch ein zu kleines Leseergebnis. Der partielle Eindeutigkeitsindex
`Group_one_default_per_tenant` fängt einen Teil der Fälle ab (P2002 beim
`group.create`, abgefangen und in `null` übersetzt) — aber nur, wenn der
Mandant BEREITS eine markierte Standardgruppe hat. Einen Mandanten mit
Gruppen, aber OHNE markierte Standardgruppe, fängt der Index nicht ab.
Genau deshalb müssen Zähler und Transaktion GEMEINSAM gebunden werden,
nie einzeln (T-JTS-05).
- **`GroupsService.getImpact`** — die Zahlen des Löschdialogs. Zwei
Zählungen (`groupMembership.count`, `moduleGrant.count`) ohne
Mandantenfilter, die bei Leere 0 und 0 melden. Der Administrator
entscheidet auf dieser Grundlage über eine kaskadierende Löschung und
bekommt "keine Mitglieder, keine Freigaben" für eine tatsächlich volle
Gruppe angezeigt.
- **`GroupsService.addUserToDefaultGroup`** — stilles Zurückkehren ohne
sichtbare Standardgruppe (`group.findFirst` liefert 0 Zeilen statt der
einen vorhandenen). Jeder neu angelegte Benutzer landet dann in KEINER
Gruppe und sieht nach seiner ersten Anmeldung kein einziges Modul. Nicht
zerstörend, aber lautlos und in der Wirkung ein Berechtigungsverlust.
Gegenrichtung, ebenfalls festgehalten: `ModuleGrantsService.grant` (die
Aktivierungsprüfung: kein aktives `TenantModuleActivation` wirft
`BadRequestException`, statt still zu erteilen) und
`ModuleGrantsService.assertTargetBelongsToTenant` (die
Mandanten-Gegenprüfung: kein Treffer wirft `NotFoundException`) werfen bei
Leere LAUT und sind damit die harmlosen Stellen des Bereichs.
Entlastung, ausdrücklich am Frontend nachgesehen statt aus dem Backend
geschlossen: `apps/web/src/app/(portal)/admin/modules/grants/page.tsx`
schaltet die Freigabe-Matrix je Zelle einzeln (ein `POST` bzw. `DELETE` pro
Klick) — es gibt keinen Sammel-Speichern-Knopf, der einen Abgleich gegen den
gelesenen Zustand fährt. Ein zu kleines Leseergebnis führt dort also zu
einer leeren Anzeige, nicht zu einem Massen-Entzug. Das ist der Unterschied
zum `deleteMany`-mit-`notIn` des ldap-Bereichs.
### (g4) Was dieser Durchlauf bewusst nicht löst
- **Die offene Architekturfrage `req.tenantPrisma`.** Auch der Bereich
`groups` entscheidet sie nicht — er bindet dienst-intern, wie `ldap` und
`auth.service.ts` es vormachen.
- **Die Policies auf `GroupMembership` und `ModuleGrant` prüfen jeweils nur
eine Seite.** Gemessen in (g1): `GroupMembership` prüft ausschließlich die
Gruppenseite (Befund E, T-JTS-02) — eine Mitgliedschaft mit einer
Benutzerkennung, die es im Mandanten der Gruppe nicht gibt, verletzt die
Policy NICHT. `ModuleGrant` prüft ausschließlich die Mandantenkennung der
Zeile selbst (Befund F, T-JTS-03) — eine Freigabe mit korrekter eigener
Mandantenkennung, aber einer fremden Gruppenkennung, verletzt die Policy
ebenfalls NICHT. Die Anwendungsprüfungen (die Benutzerfilterung in
`addUserToDefaultGroup`, `assertTargetBelongsToTenant`) bleiben deshalb
der primäre Schutz gegen diese beiden Formen der Rechteausweitung und
werden durch diesen Durchlauf NICHT durch die Datenbank ersetzt.
### (g5) Fortschreibung des ldap-Abschnitts
Der in Abschnitt (e) oben als offen geführte Befund D — die Übergabe der
Standardgruppe vor einer Gruppenlöschung — wird durch diesen Durchlauf
geschlossen. Der Vermerk selbst steht am Ende von Abschnitt (e), gesetzt
in Aufgabe 3 dieses Plans, weil die Schließung erst zu diesem Zeitpunkt
tatsächlich vorliegt.
## Verweis
Die Bestandsaufnahme, welche Fundstelle den hier beschriebenen Übergang
bereits vollzogen hat (Stand-Spalte `gebunden`/`ungebunden`/`gemischt`),
steht in `docs/mandantentrennung-zugriffsklassifikation.md`.